schläfer

2

bamako : 5.14 — Wer um halb vier Uhr mor­gens am Zen­tral­bahn­hof in eine Straßen­bahn steigt, wird bald bemerken, dass es sich bei diesen Straßen­bah­nen um Verkehrsmit­tel han­delt, in welchen schlafende Men­schen reisen. Mehrfach habe ich, zufäl­li­gen Him­mel­srich­tun­gen fol­gend, Expe­di­tio­nen unter­nom­men. Entwed­er ist es die Zeit, wed­er Tag noch Nacht, die dazu führt, dass kein Men­sch dort wach sein kann, oder aber irgend etwas schwebt in der Luft, das unwider­stehlich müde macht. Auch ich selb­st schlafe beina­he sofort, wenn ich mich set­ze. Ich gehe also auf und ab, nie­mand bemerkt mich, auch der Fahrer der Straßen­bahn scheint um diese Zeit fest zu schlafen. Ein­mal, vor Kurzem, waren ungewöhn­lich viele Fahrgäste unter­wegs. Ich kon­nte sie hören, leise Leben­säußerun­gen von der Art des Gesprächs, das wache Men­schen miteinan­der führen, wenn sie sich schon lange nichts mehr zu sagen haben. Sobald ich schlafende Men­schen im Vor­beikom­men heim­lich betra­chte, Men­schen, die ihre Augen mit etwas Haut zugedeckt haben, kann ich kaum glauben, dass sie jemals gefährlich sein kön­nten, böse mit­tels gesproch­en­er oder geschrieben­er Worte, gewalt­tätig mit Fäusten, Messern, Pis­tolen. Ich meine, unter ihren schim­mern­den Lid­häutchen träu­mende Augen erken­nen zu kön­nen, manch­mal schnap­pen sie nach etwas Licht. — stop
polaroidleuchttierchen2

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top