schlafende vögel

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echo : 8.25 — Weil ein unter der Wasser­ober­fläche leben­der Vogel noch immer ein Vogel ist, wed­er Fisch, noch Amphi­bie, wird er sich von Zeit zu Zeit an die Gestalt der Bäume erin­nern, an den Luft­ge­sang sein­er Fre­unde, an den Wind, der durch sein Gefieder streifte, an das Vordäm­merungslicht der Sonne, das ihm Augen und Schn­abel öffnete, auch an die Far­ben der Wolken, an den Schnee, an den Duft der Blüten, an das Öl der Samen, der Nüsse. Er wird vielle­icht auf sandi­gem Boden unter weit­eren Vögeln sitzen und das Licht der Wellen wird ihm schme­icheln, komm zurück, komm zurück, und er wird in diesen Momenten fühlen, dass etwas anders gewor­den ist, dass man als schlafend­er Vogel auf und davon treiben, dass man niemals wis­sen kann, wo man erwachen wird. – Ein wun­der­bar ruhiger Abend, spazierte ins Cafe, besuchte L., notierte endlich wieder ein paar anatomis­che Sätze, studierte Zug­fahrpläne Mum­bai — Dar­jeel­ing. Wie nach und nach die Far­ben zurück­kehren, Grav­i­ta­tion, ein Oben, ein Unten. Und plöt­zlich dieses feine Bild eines Schwarms der Unter­wasservögel, wie sie schlafend als Vogel­wolke in der Strö­mung treiben. Manche schweben auf dem Rück­en, die Flügel weit geöffnet, andere haben ihren Kopf ins nasse Gefieder gesteckt, gleit­en in ein­er Hal­tung dahin, als wür­den sie wie immer auf dem Ast eines Baumes sitzen. Das Nacht­ge­spräch der Schlafend­en in meinem Kopf, ein leis­es Sin­gen, ein Sin­gen, das schon bald zu einem Gespräch gewor­den ist.

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