sirius

pic

kil­i­mand­scharo : 0.28 — Gegen Mit­ter­nacht ste­he ich im Arbeit­sz­im­mer, hebe bei­de Arme, mache Flügel, weil ich darüber nach­denke, wie es wäre, gewicht­los zu sein. Ich habe mir vorgestellt, dass man vielle­icht ein­mal auf die Idee kom­men wird, Men­schen zu erfind­en, die ohne Knochen sind, weil sie Knochen nicht benöti­gen, weil sie ohne jede Schwere im Wel­traum existieren auf großer Fahrt. Diese Men­schen wür­den von ein­er kräfti­gen Haut begren­zt, legten sich vielle­icht in waben­för­mi­gen Struk­turen zur Ruhe, wären falt­bar und weich wie Medusen. Wenn sich zwei dieser Medusen­men­schen in einem schw­erelosen Raum begeg­neten, wür­den sie sich in ein­er Zartheit umschme­icheln, die uns Knochen­men­schen grund­sät­zlich fremd ist, weil wir in der Begeg­nung, auch in der Liebe, gewohnt sind auf Wider­stände stoßen zu wollen, auf Gegen­wehr, auf eine Fes­tigkeit, die wir benöti­gen, um sagen zu kön­nen, das bin ich und das bist Du. Ist das nicht ein beza­ubern­der Film, wie sich nahe des Sir­iussternes zwei uralte Medusen­we­sen durch einen Tan­go atmen, wie sie ver­liebt ihre pulsieren­den, ihre licht­durch­läs­si­gen Lun­gen betra­cht­en? Wie kön­nten diese Wesen bek­lei­de­ten sein, welche Büch­er wür­den sie lesen, welche Musik würde sie in glück­liche Schwingung ver­set­zen, was wer­den sie essen, was wer­den sie trinken, was wer­den sie ein­mal von mir denken, wenn sie lesen, was ich heute Nacht bere­its für sie aufgeschrieben habe?

ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top