von fliegerbomben

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alpha : 1.15 UTC — Gestern Abend sagte ich zu Jakob: Lieber Jakob, es ist kurz vor Mit­ter­nacht. Ich habe Dich zwei Monate, drei Tage und acht Stun­den lang belichtet, in diesem Moment bist Du fer­tig gewor­den. Ich spazierte in der Küche auf und ab, ging für eine halbe Stunde auf der Straße spazieren, als ich zurück­kam, sass Jakob noch immer still vor dem Tisch und betra­chtete seine Hände. Er schien unglück­lich zu sein, er war vielle­icht unsich­er, wusste nicht zu sagen, was das bedeutet, belichtet oder fer­tig gewor­den zu sein. Ich fragte: Sag, mein lieber Jakob, was ist los, wie geht es Dir? Lieber Louis, antwortete Jakob, ich kann nicht sagen, wie ich mich füh­le, weil ich nicht weiss, wie es weit­erge­hen wird mit mir. Werde ich von Dir vergessen wer­den, oder wirst Du mich in eine Geschichte über­tra­gen, in der ich mich wohlfühlen kann? Lange Zeit beobachtete ich den feingliedri­gen, zeit­los wirk­enden Mann, wie er scheu zu mir auf­sah, wie er ver­suchte, in meinen Augen zu lesen. Ich sagte: Lieber Jakob, Ich werde Dich niemals vergessen! Ich werde eine Geschichte schreiben, die nur für Dich gemacht sein wird, für einen Mann von außeror­dentlichem Fin­ger­spitzenge­fühl. Ich werde für Dich sor­gen, lieber Jakob, in Dein­er Freizeit wirst Du Brief­marken sam­meln, ver­sprochen, ich werde für Dich eine zarte Geschichte schreiben. — stop

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