von herzohren

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olimambo : 2.22 UTC – Einmal studierte ich das Wesen der Schmeck­knospen, außerdem eine anato­mi­sche Geschichte, die sich mit dem Wort Schmeck­knospen verbindet. Der Himmel blitzte ohne Donner, kaum Regen. Ich atmete mit Vorsicht, die Luft duftete nach Schwefel. Während ich las, bemerkte ich, dass ich auch im Lesen sehr langsam geworden bin. Manchmal lese ich so langsam, dass ich nicht Satz für Satz, sondern Wort für Wort vorwärts lese, jedes Wort, sagen wir, wahr­nehme wie es ist. Während ich insge­samt lang­samer werde, scheinen viele Menschen um mich her schneller zu werden, sie lesen immer schneller, und sie lieben immer schneller, und sie schreiben immer schneller, und ihre Schuhe fallen ihnen vom rasenden Gehen immer schneller von den Füßen. Und Ihre Wohnungen wech­seln Stadt­men­schen so rasant wie früher andere Personen ihre Zimmer in Hotels. Ich kann nicht sagen, ob ich nicht viel­leicht schon viel zu langsam geworden bin für das moderne Leben. Sicher ist, ich spreche noch immer viel zu schnell, auch für sehr schnelle Menschen spreche ich viel zu schnell. Wenn ich Herz­ohren sehr schnell erzähle, fällt niemandem auf, dass ich von Herz­ohren erzählte, man glaubt, ich erzählte von Herzen und ande­rer­seits von Ohren. Einmal wanderte ich sehr langsam von einem Zimmer in ein anderes. Ich beob­ach­tete mit großer Freude, dass ich in meiner Haut alles das, was notwendig für das Leben sein würde, von dem einen Zimmer, in dem ich aus dem Fenster geschaut hatte, in das andere Zimmer, in dem ich ein weiteres Buch lesen wollte, mit mir genommen hatte, nichts blieb zurück. – stop

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