weitrufend

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sier­ra

~ : louis
to : Mr. jonathan noe kekko­la
sub­ject : RADAR

Mein lieber Jonathan. Noch immer kein Zeichen. Aber ich weiß, ich spüre, dass Sie am Leben sind. Deshalb schreibe ich weit­er, über­mit­tle meine Nachricht­en an Sie in der Hoff­nung, dass irgend­wann ein­mal eine Antwort ein­tr­e­f­fen wird. – Vor zwei Tagen von ein­er kleinen Reise zurück­gekom­men, bin ich noch etwas müde, aber froh und voller Zuver­sicht. Ich habe in einem Saal vor Men­schen aus einem Text vorge­le­sen, den Sie bere­its ken­nen. Ich kon­nte meine Zuhör­er nicht sehen, weil mein Gesicht beleuchtet war. Und weil ich sie so wenig hören wie ich sie sehen kon­nte, dachte ich für einen Moment, dass sie vielle­icht aufge­hört haben zu atmen oder ganz ver­schwun­den sind, ohne dass ich ihre Flucht bemerk­te. Ich beobachtete meine Stimme während ich las. Sie war zunächst eine fremde, öffentliche Stimme gewe­sen, ent­fer­nt, aber dann, Wort für Wort, kam sie zu mir zurück. Ja, wie ich langsamer wurde, weil mein Herz sich langsamer, ruhiger bewegte. Wie jene Wörter, in ein­er weit­eren Zeile als der ger­ade beschall­ten Zeile, bere­its hör­bar waren in meinem Kopf. Ihre besän­fti­gende Gegen­wart, mein lieber Jonathan! Und nun bin ich also zurück und denke nach und schreibe Ihnen in der Hoff­nung, dass Sie lesen wer­den, was ich für sie notiere. Ich habe von Ihnen erzählt, wis­sen Sie! Ich habe erzählt, dass ich mich um Sie sorge. Und ich war stolz, von dem ersten Men­schen bericht­en zu kön­nen, der sich mit kün­stlichen Lun­gen verse­hen, in die nor­damerikanis­che Wild­nis wagte. Ja, mein lieber Kekko­la, ich weiß, dass Sie noch am Leben sind. — Ihr Louis

gesendet am
28.10.2009
23.58 MESZ
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louis to jonathan
noe kekko­la »


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