winter

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oli­mam­bo : 5.10 — Es ist sehr lange her, war noch Win­ter gewe­sen, als ich Mut­ter beobachtete, wie sie im Ses­sel vor Vaters Schreibtisch kauerte. Sie hat­te sich getraut und seinen Com­put­er angeschal­tet. Ja, Vaters Com­put­er lässt sich noch immer betreiben. Obwohl ich nicht damit gerech­net habe, dass mit dem Tod eines Men­schen auch die Exis­tenz sein­er Uhren und Schreib­bild­maschi­nen enden würde, wun­dere ich mich, wenn ich Vaters leise tick­ende Uhr an meinem linken Arm betra­chte. Und das sum­mende Geräusch seines Com­put­ers, er macht ein­fach weit­er. Man stelle sich ein­mal vor, es wäre ander­sherum, mit dem Ver­sagen der Com­put­er würde auch das Leben ihrer Besitzer enden. Das wäre selt­sam und sehr gefährlich in unser­er Zeit. Aber es ist denkbar, dass ein­mal Com­put­er existieren wer­den, die drei­hun­dert Jahre alt wer­den oder noch älter, ohne dass ihnen das Licht aus­ge­hen würde. Kurzum, Mut­ter saß vor dem Schreibtisch. Immer, wenn ich sie so sehe, bemerke ich, wie klein sie gewor­den ist, ohne dass ich selb­st größer gewor­den wäre. Sie saß weit nach vorne gebeugt. Ich beobachtete ihre Hände, die ver­sucht­en den Zeiger auf dem Bild­schirm in näch­ster Nähe zu bändi­gen. Ihr Gesicht berührte beina­he den Bild­schirm. Und als ich sie fragte, warum sie so selt­sam dasitzen würde, sagte sie, dass sie die Buch­staben mein­er par­ti­cles-Arbeit nur in dieser Weise lesen könne, sie seien viel zu klein und sie habe vergessen, wie man die Buch­staben größer machen könne. Deshalb sind die Buch­staben mein­er par­ti­cles-Arbeit grund­sät­zlich gewach­sen und wir sind jet­zt sehr zufrieden, weil wir wis­sen, dass die Größe der Buch­staben auf Bild­schir­men manip­uliert wer­den kann. — Weit nach Mit­ter­nacht. Der Him­mel tropft und die Bäume und Dachrin­nen und Vögel. Gegen drei Uhr hat­te ich, wie aus heit­erem Him­mel, Lust auf gebratene Wachteln, warum? — stop

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