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tan­go : 22.15 — Am 21. Dezem­ber des ver­gan­genen Jahres notiert Wolf­gang Her­rn­dorf auf Posi­tion Arbeit und Struk­tur : Ago­ta Kristofs Trilo­gie zum drit­ten Mal nacheinan­der in Folge gele­sen, das Per­son­al verir­rt sich schon in meine Träume. Ein­er der einei­igen Zwill­inge, Klaus, Schrift­steller wie im Buch, ste­ht von Gaffern und Polizis­ten umringt auf dem Nürn­berg­er Haupt­markt und hält ein Manuskript mit dem Titel Die glück­liche Stadt hoch, dessen sofor­tige Pub­lika­tion er ver­langt. Es han­dle von Unge­heuerem, Skan­dalösem, Ver­bor­gen­em. Doch nie­mand, scheint ihm, nimmt ihn ernst; man behan­dele ihn wie einen Wahnsin­ni­gen. Ein Polizist sagt: Warum brin­gen Sie es nicht zur Zeitung, um es dort veröf­fentlichen zu lassen? / Klaus betritt ein Gebäude, dessen Flure und Räume an einen vor Jahrzehn­ten still­gelegten Bürokom­plex der Deutschen Post erin­nern, und gibt sein Manuskript zusam­men mit einem kleinen Zettel an der zuständi­gen Stelle ab. Beim Ver­lassen der Redak­tion bemerkt er, daß alle ihm mitlei­dig nach­schauen. Er kehrt um. Ein junger Mann erk­lärt: Sie kom­men jedes Jahr ein­mal mit Ihren Doku­menten hier­her und geben sie zusam­men mit einem Zettel ab, auf dem ste­ht: “Bitte nehmen Sie mein Manuskript ent­ge­gen, tun Sie so, als ob Sie es druck­en, und lassen Sie mich niemals wis­sen, was auf diesem Zettel ste­ht.” / Das große Heft. / Der Beweis. / Die dritte Lüge. / Die Geschichte des Zwanzig­sten Jahrhun­derts in ein­er Nußschale, die die Dimen­sio­nen eines Riesen­tankers hat, unge­heuer, wahnsin­nig, max­i­mal kaputt.Stille. - stop

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