nadja einzmann : zeit vergeht

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tango : 8.25 – Ein warmer Wind wehte gestern Abend Laub von der Straße her ins Cafe. Lauschte einer ange­nehmen Stimme. Hörte eine Geschichte, die einmal meine Geschichte gewesen war und noch immer zu mir gehört und doch eine ausge­wan­derte, eine geschenkte Geschichte ist. Diese Geschichte schil­dert eine erste Wahr­neh­mung der Zeit. Als ich sie vor zwei oder drei Jahren an genau jenem Tisch erzählte, an dem sie nun aus einem Buch vorge­lesen wurde, hatte ich nicht die Erwar­tung, sie einmal kunst­voll zwei Sätzen einge­schrieben und gedruckt zu sehen: Seine viel­leicht erste Erin­ne­rung, dass er unter dem Weih­nachts­baum liegt und sich in einer roten Weih­nachts­kugel spie­gelt. Als er sich im folgenden Jahr wieder so gespie­gelt vorfindet, denkt er zurück und weiß auf einmal, dass Zeit vergangen ist, dass Zeit vergeht. Nadja Einz­mann

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