ai : TÜRKEI

aihead2

MENSCHEN IN GEFAHR : “Die Akade­mi­kerin Nuriye Gülmen und der Grund­schul­lehrer Semih Özakça sind am 23. Mai in Ankara in das Sincan-Gefängnis verlegt worden. Sie befinden sich in einem langen Hunger­streik, mit dem sie gegen ihre Entlas­sung aus dem öffent­li­chen Dienst protes­tieren. Es besteht Sorge um ihr Wohl­ergehen, auch deshalb, weil sie gezwungen werden könnten, ihren Hunger­streik aufzu­geben. / Am frühen Morgen des 22. Mai veröf­fent­lichten die Akade­mi­kerin Nuriye Gülmen und der Grund­schul­lehrer Semih Özakça in sozialen Medien, dass sie zuhause fest­ge­nommen und dann in Poli­zei­ge­wahrsam gebracht worden seien. Am 23. Mai ordnete ein Gericht in Ankara an, sie im Sincan-Gefängnis in Ankara in Unter­su­chungs­haft zu nehmen. / Nuriye Gülmen und Semih Özakça protes­tierten seit November 2016 am Menschen­rechts­denkmal im Zentrum von Ankara gegen ihre Entlas­sung per Präsi­dial­er­lass. Während der ersten Monate ihres Sitz­pro­tests wurden sie mehr­fach von der Polizei fest­ge­nommen. Am 9. März traten Nuriye Gülmen und Semih Özakça im Poli­zei­ge­wahrsam in den bis heute andau­ernden Hunger­streik. Sie wurden am 14. März 2017 frei­ge­lassen, setzten ihren Hunger­streik jedoch am Menschen­rechts­denkmal in Ankara fort. / Ein Gericht in Ankara akzep­tierte am 2. Mai eine Anklage wegen „Propa­ganda für eine terro­ris­ti­sche Verei­ni­gung“. Am 23. Mai entschied das Gericht, Nuriye Gülmen und Semih Özakça in Unter­su­chungs­haft zu nehmen, da sie „trotz ihrer Straf­ver­fol­gung darauf bestehen, ihre Aktion für die Terror­gruppe DHKP-C [Revo­lu­tio­nary People’s Libe­ra­tion Party-Front, eine verbo­tene links­ge­rich­tete bewaff­nete Gruppe] fort­zu­setzen“ und dass sie „das Vorgehen der Justiz schä­digen werden, wenn man sie nicht in Unter­su­chungs­haft nehme“. Die beiden bestreiten jede Verbin­dung zu DHKP-C. / Amnesty Inter­na­tional befürchtet, dass Nuriye Gülmen und Semih Özakça zwangs­er­nährt werden könnten. Para­graf 82 des Gesetzes Nr. 5275 über die Durch­füh­rung von Urteilen gestattet es den Gefäng­nis­be­hörden, auf Entschei­dung der Gefäng­nis­ärzte hin Gefan­gene im Hunger­streik zwangs­zu­er­nähren. Eine solche Behand­lung kann grau­samer, unmensch­li­cher und ernied­ri­gender Behand­lung gleich­kommen.” - Hinter­grund­in­for­ma­tionen sowie empfoh­lene schrift­liche Aktionen unter > ai : urgent action

ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top