landschaft überall

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romeo : 1.02 — Irgend­wann, nach­dem er wach gewor­den am Nach­mit­tag, muss K. einen Brief notiert haben. Bei diesem Brief nun han­delt es sich um einen beson­deren Brief, denn er ist von einem muti­gen Mann aus­gedacht, von einem Mann, der lange Zeit über­legte, wie er seine Gedanken for­mulieren sollte an den Vor­stand, der über sein Leben zu bes­tim­men wün­scht. K. solle anstatt vier in Zukun­ft sechs Nächte ein­er Woche zur Arbeit an den Maschi­nen erscheinen. Es sind feine, ja zarte Worte, die K. für seine Ansprache wählte, ich hätte sie ihm niemals zuge­traut, höflich und trau­rig: Nun werde ich, schrieb K., sechs weit­ere Stun­den in einem Zug ver­brin­gen, die nicht bezahlt sein wer­den, Stun­den, da meine Frau mich ver­mis­sen und möglicher­weise ein­mal deshalb ver­lassen wird, es ist eine Tragödie! Ich habe diesen Brief, in dem von ein­er Tragödie die Rede ist, vor weni­gen Minuten fotografiert, er wurde von Hand geschrieben, ich erkan­nte die Schrift eines betrunk­e­nen Kindes, diese Hände, sie zit­terten, weil K. sich fürchtete, in dem Moment, da er schrieb, oder über­haupt. Ob er mir den Brief auf seinem Com­put­er auf­schreiben könne, fragte ich K.: Würdest Du mir Deinen Brief bitte per E-Mail senden, damit ich ihn weit­ergeben kann? So etwas habe ich nicht, antwortete K., einen Com­put­er, E-Mail, Inter­net. Er habe auch kein Tele­fon, fuhr er fort, kein Tele­fon mit Schnur, und auch kein Tele­fon, das er sich in die Hosen­tasche steck­en kön­nte. Du bist der erste Men­sch, set­zte K. hinzu, der einen Brief, den ich geschrieben habe, fotografiert als sei er eine Land­schaft. Manch­mal begeg­ne ich K. im Zug, der zum Flughafen fährt, ich grüße ihn und er freut sich. Er liest dort seit Jahren immer in dem sel­ben Buch. Manch­mal hält er das Buch fest an seine Brust gedrückt, dann ist er eingeschlafen. — stop

hanoi

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