five dollars

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romeo : 0.05 — In ein­er Sub­way Sta­tion unter dem Times Square kauerte im Feb­ru­ar ein dunkel­häutiger Mann, der seine Hände so schnell über eine Bat­terie von Eimern bewegte, dass sie kaum noch wahrnehm­bar waren, Schat­ten in der Luft, Unschär­fen. Der Mann war etwa 50 Jahre alt, Drum­mer, ein Per­cus­sion­ist von Bedeu­tung. Hun­derte Men­schen umringten ihn, klatscht­en, tanzten, san­gen zu seinen wilden Rhyth­men. Auf dem Boden vor dem Mann aus­ge­bre­it­et lag ein Tuch der New York­er Met­ro­pol­i­tan Trans­porta­tion Author­i­ty, Arts for Tran­sit, Muny, ein Zeichen, das ihn als einen von der Stadt geschützten Kün­stler auswies. Dieser zier­liche Schlagzeuger nun ist mir nicht allein sein­er Kun­st wegen in Erin­nerung geblieben, son­dern auch deshalb, weil er eine sehr wirkungsvolle Meth­ode ent­deckt hat­te, Geld einzunehmen. Sobald näm­lich ein­er der Zuhör­er seine Fotokam­era auf ihn richtete, unter­brach er sein Spiel, deutete mit einem Fin­ger auf den Appa­rat und rief: 5 Dol­lars. Man kann sich das vielle­icht vorstellen, diese Stille, die von ein­er Sekunde zur anderen Sekunde herrschte, wie der Fotografierende vom Pub­likum mah­nend ins Auge genom­men wurde, wenn die Zahlung nicht unverzüglich erfol­gte. Indessen war auch eine Flucht mit Kam­era für die ver­sam­melte Gemein­schaft der Genießen­den nicht wirk­lich nüt­zlich, weil selb­st dann, wenn ein­er der ange­sproch­enen Räu­ber mit seinem dig­i­tal­en Bild in der Auf­nah­men­mas­chine flüchtete, spielte der Schlagzeuger nicht weit­er. Er hielt solange inne, bis ein weit­er­er, ein Zuhör­er ohne Kam­era vielle­icht, die offene Rech­nung des Ver­schwun­de­nen bezahlte. Ein kleines Wun­der, eine Art Geld ansaugen­der Pumpe, die einen Unter­druck mit­tels aus­bleiben­dem Geräusches erzeugte. It works. — stop

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