helsinki turku

2

zoulou : 0.05 – Einmal folge ich einem Mann namens Nuuri durch einen Zug, der sich sehr langsam von Helsinki nach Turku bewegt, es schneit. Der Mann, der stets eine helle wollene Mütze trägt, ist den Pend­lern, die ihre Sams­tage und Sonn­tage in Turku verbringen, gut bekannt, sie scheinen nur darauf zu warten, seine heisere Stimme bald hören zu können: Wolken! Wolken! Das Stück Wolke zu 50 Cent zu verkaufen. Wer Nuuri nicht bereits einmal erlebte, wird vermut­lich meinen, ein sehr selt­samer Mensch wandere durch die Abteile des schep­pernden Zuges. Aber das würde ein Irrtum sein, Nuuri verkauft tatsäch­lich sehr kleine, wirk­liche Wolken von Wasser­dampf. Sie schweben über Baum­mi­nia­turen, welche dicht an dicht aus Fächern wachsen, die Nuuri mittels eines Bauch­la­dens vor sich herträgt. Ein feines Netz gläserner Fäden ist wie eine Kuppel über der wilden Land­schaft aufge­spannt. Sobald man sich mit Augen, Ohren, Nase nähert, wird man wispernde Affen­stimmen vernehmen, Vögel sind zu erkennen, die über Baum­wipfel kreisen, und ein Panther so groß wie eine Ameise, der sich auf einer Lich­tung wälzt. Und eben Wolken, Wolken, die man kaufen kann, sie blitzen und knallen von Zeit zu Zeit, es duftet sofort nach Schwefel, nach einem Löffel voll glim­menden Schwe­fels. Sobald man nun eine Wolke zu kaufen wünscht, eine Wolke zu 50 Cent, gebe man ein Hand­zei­chen. Nuuri wird dann unver­züg­lich Platz nehmen, ein freund­li­cher Mensch. Er wird sich erkun­digen, welche Wolke es denn sein soll. Und während man nun unter den Wolken, es sind viele, eine geeig­nete Wolke suchen wird, wird Nuuri von Turku und vom winter­li­chen Eis auf dem Meer und der Stille im Ohr erzählen, und wie es über­haupt möglich sein kann, einen Amei­sen­pan­ther zu füttern. – Ende der Wolken­ge­schichte. – stop

polaroidmaedchen

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top