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oli­mam­bo : 3.02 — Vor ein­er Stunde unge­fähr, aus heit­erem Him­mel, erin­nerte ich mich an eine Brief­marke, die sich zu ein­er Zeit in meinem Besitz befun­den hat­te, als ich noch ein Kind gewe­sen war. Diese Marke, obwohl sehr viele Jahre weit von mir ent­fer­nt, war so gegen­wär­tig von ein­er Sekunde zur anderen, als hätte ich sie wenige Minuten zuvor einem Sam­me­lal­bum ent­nom­men und auf einen Luft­post­brief gek­lebt. Zu Ehren des Schim­pansen Ham, der in den Wel­traum gereist war, um dort einige Übun­gen in der Schw­erelosigkeit zu absolvieren, war sie in ein­er begren­zten Auflage gedruckt gewor­den. Das Beson­dere an Ham war ohne Frage seine Men­schenähn­lichkeit gewe­sen, auch dass Ham, im Gegen­satz zu Leica, ein­er rus­sis­chen Hundedame, seinen Aus­flug in den Kos­mos über­lebte. Der kleine Brief­marke­naffe trug einen Helm, genau genom­men einen weißen Astro­naut­en­helm, der unglück­licher­weise von einem Stem­pel getrof­fen wor­den war. In diesem Moment, da ich notiere, erin­nere mich an einen Riss, der mein Brief­marke­nal­bum bedro­hte, weil er mit jed­er Besich­ti­gung der Samm­lung, knis­ternd wuchs. Ein­mal habe ich einem Mäd­chen, in das ich ver­liebt gewe­sen war, mein Album mit Riss gezeigt, eine selt­same Erfahrung, weshalb ich das Sam­meln der Brief­marken aufgeben habe und mich den Schallplat­ten zu wid­men begann. Dieses Mäd­chen, das mich von den Brief­marken ent­fer­nte, hieß Patrizia und trug sehr kleine blaue Knöpfe in bei­den Ohren, die her­rlich funkel­ten, sobald sie sich bewegte. Ja, sie funkel­ten damals bis in meine Träume hinein und sie funkeln noch heute oder wieder, während ich hier still in ein­er kühlen Nacht herum­sitze und mich wun­dere, dass ich an Dinge denke, die ich vor ein­er Stunde noch nicht wusste.

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