mohn

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delta : 6.38 – Gestern erreichte mich eine Post­karte aus Finn­land, die in einem Brief­um­schlag steckte. Ein Freund hatte sie vor fünf Tagen abge­schickt. Er notierte folgendes: Mein lieber Louis, heute, mit dieser Post­karte, wird eine neue Zeit ange­bro­chen sein. Ich habe gerade eben meine E-Mails gelöscht und meine Compu­ter­schreib­ma­schine auf den Dach­boden gestellt, weil ich in Zukunft nur noch Briefe oder Post­karten per Hand schreiben werde. Was ist das doch eine ange­nehme Vorstel­lung, dass ich mich fortan in einer ruhigen, gedul­digen Art mit Dir unter­halten könnte. Morgens der Spazier­gang vors Haus, um nach­zu­sehen, ob viel­leicht eine Antwort einge­troffen ist. Ich sollte damit beginnen, Post­wert­zei­chen zu sammeln. Erin­nerst Du Dich an den Duft der Papiere, die rau sind, sobald sie aus Indien zu uns kommen, weich, sandig, grau. Ja, ganz sicher wirst Du Dich erin­nern. Und Du wirst Dich fragen, warum ich in dieser Weise handele. Davon einmal später. Habe ich schon berichtet, dass uns endlich gelungen ist, einen blauen Panther­falter mittels einer Funk­steue­rung einmal durch den Garten unter Birken­bäumen herum zu diri­gieren? – Dein Timminen, hoch­ach­tungs­voll. ps. Umsei­tige Foto­grafie zeigt Emil Noldes Mohn aus dem Jahr 1950. – stop

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