agota

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sier­ra

~ : oe som
to : louis
sub­ject : AGOTA
date : mar 25 11 6.15 p.m.

Kurz vor sechs Uhr abends, das Wass­er ruhig. Tauch­er Noe wohlauf in 820 Fuß Tiefe. Er liest Ago­ta Kristofs Erzäh­lung Die Anal­pha­betin nun schon zum fün­ften Mal in Folge mit ein­er Begeis­terung, die wir in den ver­gan­genen Jahren so noch nicht wahrgenom­men haben. Seine Stimme scheint heller gewor­den zu sein, seit wir seinen Taucher­anzug von Koral­lengewäch­sen befre­it­en. Nach wie vor ver­weigert er jedes Gespräch über seine eigene Per­son. Nie­mand kann sagen, ob Noe wirk­lich ver­ste­ht, was er mit lauter Stimme liest: Am Anfang gab es nur eine einzige Sprache. Die Objek­te, die Dinge, die Gefüh­le, die Far­ben, die Träume, die Briefe, die Büch­er, die Zeitun­gen, waren diese Sprache. Ich kon­nte mir nicht vorstellen, dass es noch eine andere Sprache geben könne, dass ein Men­sch ein Wort sprechen könne, das ich nicht ver­ste­he. In der Küche mein­er Mut­ter, in der Schule meines Vaters, in Onkel Gezas Kirche, auf den Straßen, in den Häusern des Dor­fes und auch in der Stadt mein­er Großel­tern sprachen alle dieselbe Sprache, und nie war die Rede von ein­er anderen. — Boote ver­let­zter Men­schen passieren unser Schiff, Schalup­pen, sie kom­men von Süden her, schweigende, frierende Pas­sagiere. Dein OE

gesendet am
25.03.2011
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