papiere

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tango : 0.05 – Gestern Abend, kurz vor sechs Uhr war’s gewesen, bin ich einem selt­samen Mann begegnet und zwar in einer U-Bahn down­town. Aber das spielt für die kleine Geschichte, die ich rasch erzählen möchte, nicht wirk­lich eine Rolle, ich meine, zu welcher Zeit wir in welche Rich­tung gemeinsam fuhren. Bedeu­tend war viel­mehr gewesen, dass ich’s nicht eilig hatte, genau genommen hatte ich soviel Zeit zur Verfü­gung wie seit Wochen nicht, weshalb ich den Geräu­schen meines Herzens lauschte und dem Rascheln der Zeitungs­pa­piere, die zu jenem selt­samen Mann gehörten. Er saß gleich vis-à-vis, die Beine über­ein­ander geschlagen. Ich hatte den Eindruck, dass er sich freute, weil ich stau­nend beob­ach­tete, wie er Zeitungen durch­suchte, die sich auf dem Sitz­platz neben ihm türmten, und zwar in einer sehr sorg­fäl­tigen Art und Weise durch­suchte, jede der Zeitungen Seite für Seite. Er schien Übung zu haben in dieser Arbeit, seine Augen bewegten sich schnell und ruck­artig, wie die Augen eines Habichts. Von Zeit zu Zeit hielt er inne, sein Kopf neigte sich dann leicht nach vorne, um mit einer Schere, einen Artikel oder eine Foto­grafie heraus­zu­schneiden. – Das Rascheln des Papiers. – Das helle, ziehende Geräusch der Schere. – In dem ich den Mann beob­ach­tete, erin­nerte ich mich, dass ich selbst einmal Monate damit zuge­bracht hatte, den Unge­rech­tig­keiten dieser Welt mit einem Archiv von Beweisen zu begegnen, deren eigent­liche Substanz jenseits der Titel­zeile ich später nie gelesen habe, weil es zu viele gewesen waren. – Montag ist geworden und die Famen und Cron­opien singen trau­rige Lieder durch die Nacht.

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