paris : 5 minuten

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sier­ra : 3.15 – Der junge Mann will wis­sen, ob ich vielle­icht ger­ade Nachricht­en lese, die von der Stadt Paris erzählen. Sein Gesicht­saus­druck, indem er auf mein Mobil­tele­fon deutet, ist ernst. Ich wohne in Paris, sagt er, ich bin dort aufgewach­sen, ich studiere in Deutsch­land, ich habe ver­sucht meinen Groß­vater zu erre­ichen, aber er meldet sich nicht, ich komme nicht durch, ich bin so aufgeregt, auch meine Fre­undin ist ver­schwun­den. Wir ste­hen am Bahn­hof, warten auf einen Zug, der in Rich­tung des Flughafens fährt. Es ist kurz nach Mit­ter­nacht. Auf dem Mobil­tele­fon des jun­gen Mannes wird von achtzehn Todes­opfern berichtet, auf meinem sind bere­its über vierzig Men­schen gestor­ben. Der junge Mann läuft immer wieder ein­mal einige Meter den Bahn­steig ent­lang, schaut auf sein Tele­fon, hält es an sein Ohr, kommt wieder zu mir zurück, fragt, ob ich etwas Neues in Erfahrung brin­gen kon­nte. Ich sage: Ich glaube, für Frankre­ich wurde ger­ade der Aus­nah­mezu­s­tand erk­lärt. Oh Gott, antwortet der junge Mann, was ist nur geschehen! Er ste­ht ganz still vor mir, schaut mich an. Wir ken­nen uns eigentlich nicht sehr gut. Fünf oder sechs Minuten Zeit sind ver­gan­gen, seit der junge Mann fragte, ob ich Nachricht­en lese, die von der Stadt Paris erzählen. Plöt­zlich klin­gelt sein Tele­fon. – stop

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