rom : am tiber

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nordpol : 10.32 – Gestern, am späten Abend, von einer Tiber­brücke aus einen Mann beob­achtet, der am Ufer des Flusses vor einer Insel­aus­buch­tung kauerte. Der Mann fütterte größere und klei­nere Tiere mit seiner linken Hand, in der rechten Hand hielt er eine Angel fest. Das war nicht sofort zu erkennen gewesen, weil sich im Fluss und auch in der Luft über dem Fluss nichts bewegte, nicht einmal das Wasser zeigte Strö­mung. Die Fluss­ober­fläche schim­merte im Mond­licht wie ein See, und das Schilf des Ufers schien von Winden, nicht von wildem Wasser gebeugt. Da waren Schatten im Gras der kleinen Insel, hunderte vorwärts oder rück­wärts sprin­gende Schemen. Noch nie zuvor habe ich so viele Ratten auf einen Blick gesehen. Wie Eisen­späne einer physi­ka­li­schen Anord­nung zur Unter­su­chung magne­ti­scher Felder waren sie zu dem Mann hin ausge­richtet, wirbelten durch­ein­ander, sobald der Mann Futter­ware unter die Tiere schleu­derte. Dann wieder stilles Warten. Eine Bisam­ratte, scheuer Herr­scher, enterte das Land. – Am folgenden Tag kehre ich morgens zur Nacht­brücke zurück. Der Mann kauert noch immer vor der kleinen Insel und angelt im Fluss. Möwen haben sich genä­hert. Ratten sind nur wenige zu sehen, aber Tauben. Wenn der Mann einen Fisch erbeutet, wirft er ihn seinen Freunden vor die Füße. An den steilen Wänden der künst­li­chen Tiber­fas­sung da und dort blühende Büsche. Eidechsen züngeln gegen die Sonne. – stop
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