schirmsamenwölkchen

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echo : 0.03 – Ich träume zur Zeit von Blumen. Sie liegen in Bergen herum, Blüten­berge, solche Blumen. Gestern, das habe ich nicht geträumt, war ich auf dem Friedhof und habe das Grab meines Vaters besucht. Ich hatte einen Zoll­stock bei mir, um eine Vorstel­lung aus der Luft zu holen, die Vorstel­lung eines Wind­rades, das ich einmal für meinen Vater bauen werde. Viele Menschen waren auf dem Friedhof unter­wegs, manche trugen Gieß­kannen, andere Wind­lichter oder Blumen in kleinen Töpfen, Horn­veil­chen, Ringel-blumen, Vergiss­mein­nicht. Es war ein ganz normaler Tag gewesen. Ich glaubte, beob­achten zu können, dass manche der Menschen sich noch nicht ganz sicher fühlten in der neuen Umge­bung ihres Lebens, andere begrüßten einander, winkten sich über die Reihen der Gräber hin zu. Einige knieten, wühlten mit bloßen Händen in der dunklen Erde. Eine Frau, sie war von zwer­gen­haftem Wuchs, über­querte eine Wiese voller Löwen­zahn. Unter ihren Füßen stiegen Schirm­sa­men­wölk­chen auf. Sie ging so langsam, das heißt, mit derart kleinen Schritten, dass sie sich zunächst kaum zu bewegen schien. Ihr Gesicht war dem Boden zuge­wandt, weil sich ihr Rücken, wohl unter der Wirkung der Zeit, gekrümmt hatte. Als sie das Grab erreichte, das zu ihr gehörte, war dort ein ebenso kleiner, gebückter Baum zu erkennen, ein Baum, der die Gestalt der alten Frau nach­zu­ahmen schien. – Ob viel­leicht Kakteen exis­tieren, die im Norden, die auch im Winter blühen und gedeihen? – stop

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