segelohren

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whis­key : 23.33 — Manch­mal, wenn ich nach Wör­tern, Sät­zen, Aus­we­gen suchend durch mei­ne klei­ne Woh­nung spa­zie­re, glau­be ich, auf einem Boden zu han­deln, der nicht fest ist, der schwankt, der schlin­gert. Ich gehe dann sofort anders­her­um, die­sel­be Stre­cke oder ein­mal kurz aus dem Haus rüber zum See, der in die­sen Tagen längst zuge­fro­ren sein müss­te. Das hilft gegen See­krank­heit auf dem Nacht­schiff und alle wei­te­ren Din­ge. — Kurz vor Mit­ter­nacht. Ruhi­ge, ent­spann­te Arbeits­stun­den ste­hen bevor. Ich hat­te seit dem frü­hen Abend eine Fra­ge in mei­nem Kopf solan­ge ver­geb­lich hin und her bewegt, dass ich sie nun guten Gewis­sens zur Sei­te legen kann. Sie wird wie­der­kom­men. Ich ver­such­te näm­lich zu ver­ste­hen, wes­halb Barak Oba­ma auf den Ein­satz der Land­mi­nen­waf­fen, die ins­be­son­de­re  gegen zivi­le Men­schen wir­ken, nicht ver­zich­ten will oder kann. In die­sen Momen­ten der Irri­ta­ti­on, wie­der die Ansicht, wie viel ich nicht weiß, eine Ahnung, die sich nur schwer wei­ter­den­ken lässt. Aber die Her­zen der Tief­see­ele­fan­ten sind mir bekannt, sind ver­traut, kom­men näher und näher, wie ihre Ohren, phan­tas­ti­sche Haut­se­gel­flä­chen, die sie sanft über den san­di­gen Boden des Atlan­tiks tra­gen. – Gute Nacht!

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