stand clear to the closing doors

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sier­ra : 0.27 —  War auf dem Weg süd­wärts in einem Sub­wayzug. Hat­te mein Notizbuch in der Hand und notierte Wörter für Geräusche, die ich hörte. Heulen. Schep­pern. Klir­ren. Zis­chen. Pfeifen. Bald waren alle nahe liegen­den Möglichkeit­en verze­ich­net, und so fing ich an, Wörter zu erfind­en, dschumm dschumm. Das war keine leichte Arbeit, vor allem das Notieren von Hand in dieser schwank­enden Land­schaft war kaum möglich gewe­sen, ich machte anstatt Wörtern Zeich­nun­gen, die sich über eine ganze Seite meines Notizbuch­es erstreck­ten. Und plöt­zlich war da eine Stimme, eine beson­dere Stimme. Es war die Stimme ein­er Frau, die ich hörte. Sie reiste mit im Zug, verkün­dete die Namen der Sta­tio­nen, die wir bald erre­ichen wür­den. Die Stimme kam aus einem Laut­sprech­er, der in die Decke des Wag­ons ein­ge­lassen war. Eine san­fte Stimme, eine Stimme, die ich vielle­icht deshalb wahrgenom­men hat­te, weil man in ihr eine Spur von Anteil­nahme vernehmen kon­nte, eine Freude zu sprechen, diese Wörter aufzusagen, Cham­bers Street. Ein Satz schien ihr beson­ders am Herzen zu liegen: Stand clear to the clos­ing doors! Diesen Satz wieder­holte sie beina­he zärtlich immer dann, wenn der Zug eine der Sta­tio­nen wieder ver­lassen sollte. Es war wie eine Melodie. Ich hörte auf zu schreiben, und ich machte ein Tonauf­nahme, beobachtete den Auss­chlag des Zeigers auf mein­er Mas­chine. Als wir eine halbe Stunde später die End­sta­tion des Zuges erre­icht­en, South Fer­ry, machte ich mich auf die Suche nach der Frau, der ich zuge­hört hat­te. Es war eine kleine Frau, eine dunkel­häutige Frau mit weißem Haar, sie war sehr fein geschminkt, etwa 60 Jahre alt, sie unter­hielt sich, als ich an ihr vorüber kam, mit einem Her­rn, der wie sie selb­st die blaue Uni­form der New York­er Verkehrs­be­triebe trug. Sie schien sehr glück­lich zu sein, voller Freude, eine leuch­t­ende Per­son, dschumm dschumm. — stop

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