tokiozug

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char­lie : 22.25 UTC — Vor weni­gen Minuten noch habe ich mit einem Bleis­tift in mein­er recht­en Hand ver­sucht, den Namen Dostojewski’s in mein Notizbuch einzu­tra­gen. Das ist vielle­icht tat­säch­lich eine kleine Mel­dung wert. Der let­zte Ein­trag in mein Notizbuch ist näm­lich mit dem Monat April ver­bun­den, das war, ich erin­nere mich, an einem Son­ntag gewe­sen, ein stür­mis­ch­er und reg­ner­isch­er Tag, die Papiere meines Notizbuch­es waren feucht gewor­den, well­ten sich, wellen sich noch immer. Ich habe damals die Frage notiert, ob Fle­d­er­mäuse auch bei Regen fliegen. Nun ging es heute um etwas ganz anderes, ich wollte eine Notiz zum Roman Der Spiel­er verze­ich­nen. Lei­der fuhr ich in diesem Augen­blick meines Notier­wun­sches in einem Zug voller Men­schen, die sich dicht aneinan­der drängten, weswe­gen ich meine Schreib­mas­chine nicht erre­ichen kon­nte. Also suchte in der linken Hosen­tasche nach meinem Notizbuch für Not­fälle. Dieses Buch ist, wie ich erwäh­nte, von Papi­er, wurde mehrfach gefal­tet, eben­so mehrfach feucht und wieder getrock­net, ein Heftchen, in welchem ich beizeit­en mit wilder, ungeübter Schrift notiere, sodass ich manch­mal nur noch erah­nen kann, was ich ver­merken wollte. So habe ich heute also aus der Erin­nerung Vari­a­tio­nen eines berühmten Namens notiert, mehrfach habe ich ange­set­zt, dann wieder nachgedacht. Ich frage mich, was würde Fjodor M. Dos­to­jew­s­ki vielle­icht gedacht haben, hätte er mich beobachtet in diesen aufre­gen­den Minuten ein­er kurzen Zugreise? — Heute ist Dien­stag, es ist warm, es ist Suma­tra. — stop
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