von den glücksgeräuschen der froschvögel

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ulysses : 4.18 — Früher Mor­gen. Wind­stille. Licht noch schwach. Die Luft ist kühl gewor­den über die Nacht. Vor dem Teich im Garten die Spuren mein­er Füße im Gras. Am Ufer des kleinen Sees ruht ein Molch, äußerst langsam geht sein Herz­schlag, da muss doch ein Geräusch zu hören sein. Ich erin­nere mich, gestern wurde die Ent­deck­ung ein neues Teilchens im Atom bekan­nt­gegeben. Das Teilchen trägt den Namen: Xi_b^*0. Hätte ich von sein­er Ent­deck­ung nicht gele­sen, wäre ich in der Beobach­tung mein­er Hand, die auf meinem Knie ruht, nicht so aufmerk­sam wie an diesem frühen Mor­gen. Ich frage mich, wie viele Teilchen der Beze­ich­nung Xi_b^*0 sich in mein­er halb­schlafend­en Hand wohl befind­en mögen, wie alt sie sind und woher sie vielle­icht gekom­men waren. Es ist still am Mor­gen heute. Die Amseln schlafen noch. Ein Wasser­läufer über­quert den Teich. In diesem Moment bemerke ich ein bal­lonar­tiges Wesen, das hoch über mir am Him­mel schwebt. Es nähert sich langsam, in dem es tiefer kommt. Das Wesen ist hell, es ist weiß, es ver­fügt über Flügel, die sich sehr schnell bewe­gen, Füh­ler­au­gen, wie die Augen der Lun­gen­sch­neck­en, es ist ein Vogel. Der Vogel scheint den See unter ihm aufmerk­sam zu betra­cht­en. Jet­zt öffnet sich sein Bauch an erd­na­her Stelle, ein Mund spitzt seine fahlrosa Lip­pen, Beu­tel fall­en her­aus aus diesem Mund, sie schla­gen hohe Wellen im Teich. Der Molch ver­schwindet im Gras, Wasser­läufer, die bewe­gungs­los an Seerosen­blattspitzen däm­merten, flitzen auf und davon. Jene Beutelchen, das kann ich von mein­er Posi­tion aus gut erken­nen, die aus dem Vogel her­aus­ge­fall­en sind, haben sich geöffnet, Kaulquap­pen, tausende, schwär­men nach allen Rich­tun­gen aus. Noch immer schwebt der Vogel über mir über dem See über der Wiese. Ein faszinieren­des Geräusch ist von seinem Kör­p­er her zu vernehmen, ein Hupen, das Trompe­tengeräusch eines Zwergele­fan­ten. Es ist nun denkbar, dass ich als erster Men­sch die Glücks­geräusche der Froschvögel wahrgenom­men habe. — stop

für meine Mut­ter, 
für meinen Vater

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