wörterzunge

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alpha : 2.05 Hörte im Bild­schirm­ge­spräch Thomas Bern­hard wieder sagen: Alles ist immer wirk­lich, es gibt nichts Erfun­denes. Froh bin ich über diesen Satz. Nach Selbst­be­ob­ach­tung scheint in meiner erzäh­lenden Welt ein Zeit­an­nä­he­rungs­werk zu exis­tieren, das nach Entde­ckung zunächst arbeiten muss im Kopf. Ich habe gestern zum Beispiel den Versuch eines Mannes notiert, eine Biene von Stein zu fabri­zieren, ein soziales Wesen, das in der Lage sein sollte, sich in die Luft zu erheben. Diese Vorstel­lung war mir zunächst durchaus fremd gewesen, mein eigener Gedanke. Als ich dann nach zwei Stunden von einem Spazier­gang an den Schreib­tisch zurück­kehrte, war mir der Mann und sein Unter­nehmen so vertraut geworden, als würde er in einer benach­barten Wohnung leben, ich würde ihn besucht haben und über die Schulter geschaut wie er etwas Fels­spat mit einem Meißel­chen behutsam fächert, dass es als Flügel­teil­chen bald einmal durch die Luft segeln könnte. Es scheint viel­leicht so zu sein, dass sich meine Wirk­lich­keit zunächst mittels einer Wörter­zunge vorsichtig in unbe­kannte Räume tastet. – Vier Uhr zwei in Homs, Syria. – stop
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