zeitjazz

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sierra : 3.32 – An einer anderen Stelle habe ich bereits von meinem Wunsch erzählt, man möge auf meiner letzten Ruhe­stätte einmal ein Windrad errichten. Ich hatte notiert, das Rad, indem es rotierte, könnte Strom erzeugen. Mittels eines Kabels würde dieser Strom zu einer Batterie unter die Erde geführt und ein Musik­ab­spiel­gerät in Bewe­gung gesetzt, um etwas Charlie Parker oder Benny Goodman zu spielen. Eine faszi­nie­rende Vorstel­lung immer noch, eine Idee, die mich in Gedanken jedes Mal gegen einen Zeit­raum führt, der nicht ganz einfach vorzu­stellen ist, weil ich in ihm nicht wirk­lich vorkommen werde, es sein denn als eine Person, die man zu den Toten zählt. Man wird viel­leicht irgend­wann einmal sagen, dieser hier, der dort unter Erde liegt, war einer, der zur Lebens­zeit die Idee verfolgte, ein Windrad auf seinem Grab zu errichten. Sein Name ist Louis gewesen, er konnte sich vorstellen wie das Windrad sich drehen wird und Strom erzeugen, aber er konnte sich nicht wirk­lich vorstellen, wie es sein wird, in der Nähe dieses Wind­rades ohne Leben zu sein. Gerade fällt mir ein, dass ich einmal hörte, es werde viel­leicht bald möglich sein, das Wissen, das Bewusst­sein, das Wesen einer Person in das digi­tale Gehirn eines Compu­ters zu über­tragen. Demzu­folge ist denkbar geworden, neben orga­ni­schen Bestand­teilen eines Verstor­benen sein Bewusst­sein beizu­setzen und mittels eines Wind­rades mit Strom zu versorgen. Wenn nun Wind­stille herrschte, würde das Bewusst­sein schlafen, und wenn es stür­misch geworden ist da draußen, da oben im Herbst, beispiels­weise, würde es im rasenden Denken vergehen vor Glück. – Es ist kurz nach drei Uhr. Auto­mo­bile der Polizei schlei­chen in Kolonnen mit Blau­licht durch die Straße in der ich wohne. – stop

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