auf schienen

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alpha : 0.10 – Als würde sich diese merk­wür­dige Frau auf unsicht­ba­ren Gelei­sen durch die Zeit bewe­gen, so kommt sie in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den immer wie­der ein­mal an mir vor­über, arm­se­lig geklei­det, jawohl, auf das Äußer­ste arm­se­lig geklei­det, trägt sie im Som­mer wie im Win­ter eine Poli­zei­schirm­mütze, einen merk­wür­dig grü­nen, zer­schlis­se­nen Fal­ten­rock, eine gelbe, ver­schmutzte Bluse und dar­über eine Jeans­ja­cke, mein Gott, außer­dem Turn­schuhe, die mög­li­cher­weise längst über kei­ner­lei Soh­len­werk mehr ver­fü­gen. Aber das mit den Schu­hen ist gar kein Wun­der, sie läuft andau­ernd sehr schnell herum, ich habe sie nie­mals ste­hend oder irgendwo sit­zend ange­trof­fen. Unge­wöhn­lich an die­ser Frau ist ins­be­son­dere ein Papp­schild, wel­ches an einem län­ge­ren Stock befes­tigt wurde. Sie trägt das Papp­schild hoch über dem Kopf, stolz schein­bar, es ist immer das­selbe Schild, geschützt von einer fei­nen Foli­en­haut. Auf die­sem Schild nun ist mit akku­ra­ter Schrift fol­gende For­de­rung auf­ge­zeich­net: Keine Gewalt gegen unsere Poli­zei! Die Ver­brei­tung die­ser Bot­schaft scheint ihr wesent­li­ches Anlie­gen zu sein, ich habe mehr­fach ver­sucht, an die eilende Per­son her­an­zu­tre­ten, ver­geb­lich, ent­we­der war sie zu schnell oder ich war zu lang­sam in der Ver­fol­gung gewe­sen. Tat­säch­lich beschleu­nigt sie ihre Schritte unver­züg­lich, wenn ich ver­su­che mich ihr zu nähern. Ein­mal, es war hoher Som­mer, tele­fo­nierte ich gerade, als ich sie kom­men sah. Ich nahm mei­nen Tele­fon­com­pu­ter vom Ohr und rich­tete ihn auf die demons­trie­rende Frau, um sie zu foto­gra­fie­ren. Ges­tern, Sonn­tag um kurz vor Mit­ter­nacht: Sie scheint sehr leicht gewor­den zu sein, andere wür­den viel­leicht sagen, dass sie äußerst mager gewor­den ist. Sie raucht wie eine Loko­mo­tive. – stop

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