hell’s kitchen : ballroom

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alpha : 20.02 — Die Port Author­i­ty Bussta­tion Höhe 42. Straße soll die größte Bussta­tion der Vere­inigten Staat­en sein, 7200 Auto­mo­bile ver­lassen oder erre­ichen an einem durch­schnit­tlichen Tag das Gebäude in der Nähe des Hud­son Rivers. Ich sollte ein­mal von hier aus nach Mex­i­co fahren oder rauf nach Alas­ka oder Neu­fund­land, ein Ort der Kof­fer, der Ruck­säcke. Ich habe Men­schen beobachtet, die aus einem anderen Jahrhun­dert kom­mend hier eingetrof­fen zu sein scheinen, Frauen mit Röck­en bis zum Boden, Män­ner in Knicker­bock­er­ho­sen, Golf­schuhen, hellen Som­mer­jack­en inmit­ten des Win­ters in einem sich langsam drehen­den Wirbel von Kör­pern. Im Erdgeschoss des Gebäudes befind­et sich in einem Gehäuse von Glas und Stahl eine Mas­chine, die mit Bil­lard­kugeln spielt, eine Skulp­tur des Kün­stlers George Rhoads. Man kann sie wei­thin hören, klin­gel­nde, rat­ternde Geräusche, und das Glück der Kinder beobacht­en, die mit ihren Augen den Kugeln fol­gen, welche von der Schw­erkraft in Bah­nen gegen den Boden gezo­gen wer­den. Ein Wesen, das bei Tag und bei Nacht arbeit­et, indem ein Aufzug, von einem kleinen Elek­tro­mo­tor angetrieben, jene stein­harten Bälle in die Höhe hebt, um sie bald wieder loszu­lassen in ein Labyrinth möglich­er Bah­nen. Es ist ein wenig so, als würde die Mas­chine sprechen oder sin­gen oder spie­len, selb­stvergessen, heit­er, leicht. Ich muss mich nicht wun­dern, ein­mal waren alle Kugeln, weiß der Him­mel warum, aus ihren Bah­nen gesprun­gen, und ich hat­te den Ein­druck, die ver­s­tummte Mas­chine sei aus dem Leben gegan­gen. Ger­ade eben, es ist Mon­tagabend gewor­den, fällt mir ein, dass ein Fre­und unlängst erzählte, dass er sehr trau­rig sei, weil seine Groß­mut­ter im unge­fähren Alter von 105 Jahren in Afri­ka gestor­ben sei. Sie habe noch eine Wüsten­sprache gesprochen, die ohne Zeichen gewe­sen war für Papiere, Holz, Stein, Erde. — stop

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