lichthals

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romeo : 1.28 — Noch ein Kind gewe­sen, beobachtete ich Fliegen und Mück­en mit arg­wöh­nis­chen Augen. Sie waren so wendig, wil­lensstark und aus­dauernd in ihrer Jagd nach Zuck­er oder Blut, dass ich sie fürchtete und bewun­derte zur sel­ben Zeit. Sir­rende Geräusche. Sturz­schrauben­flüge. Moski­tos, die man niemals lebendig mit ein­er Hand fan­gen, aber töten kon­nte. Das Mikroskop, mit dessen Hil­fe ich vor langer Zeit Fliegen­le­ichen unter­suchte, habe ich unlängst wiederge­fun­den. Ein schw­eres Objekt, schwarz lack­iertes Gus­seisen, daran befes­tigt, bewegliche Mess­ingteile, Räd­chen ins­beson­dere, ein Spiegel, und ein run­der, beweglich­er Tisch. Das Gerät war im zurück­liegen­den Jahrhun­dert von Ernst Leitz in Wet­zlar gefer­tigt wor­den. An seinem zen­tralen Lichthals trägt es die Sig­natur No. 158461. Robert Koch soll aus dieser Serie der Mikroskope das Mikroskop mit der Zif­fer 100000 erhal­ten haben, Paul Ehrlich das Mikroskop mit der Num­mer 150000. Damals, als ich noch sehr klein gewe­sen war, kon­nte ich das Mikroskop kaum auf den Tisch heben, an den ich mich zur Unter­suchung gefan­gener Fliegen set­zte sobald früher Abend gewor­den war. Um eine Fliege sezieren zu kön­nen, benötigt man sehr feines Besteck, meine Hände zit­terten. Die erste Fliege, der ich mich mit einem Skalpell näherte, wachte auf, sie bewegte ihre Beinchen, ich flüchtete aus dem Zim­mer. Die zweite Fliege, die ich unter­suchen wollte, war so gründlich tot, dass sie über keinen eigentlichen Kör­p­er mehr ver­fügte, der unter­sucht wer­den kon­nte. Die dritte Fliege öffnete sich, sie war uner­wartet feucht gewe­sen. In ein­er met­al­lenen Schachtel ver­wahrte ich meine Opfer. Der Schachtel entkam eine bit­ter­er Geruch. Ich habe nun über­legt, ob ich die Unter­suchung der Fliegen oder kleiner­er Spin­nen­tiere nicht drin­gend wieder aufnehmen sollte. — stop
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