motel chronicles

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echo

~ : louis
to : Mr. Shepard
subject : MOTEL CHRONICLES

Eine Depe­sche, verehrter Mr. Shepard, an diesem frühen Morgen in Europa. Bei Ihnen da drüben in Amerika wirds gerade dunkel werden. Notiere begeis­tert, dass ich Ihre Motel Chro­ni­cles geöffnet habe. Obwohl äußerst müde gewesen, las ich eine Halb­stunde voran, ohne eine Pause einzu­legen. Ihre präzise Sprache, die leicht ist wie Bims­ge­stein, vulka­nisch, von Zeit­höhlen durch­wachsen. Ob es viel­leicht möglich ist, ihre Geschichten zu nehmen, um sie in eines der Bücher zu über­tragen, die ich erfinde für Nacht­per­sonen, oder eine Zeile nur wie diese, da das Glück fällt auf die linke Seite des Zufalls? Viel­leicht werden Sie fragen, welche Eigen­schaften ein Nacht­buch von Tagbü­chern unter­scheiden. Nun, ein Nacht­buch gebietet über wanderndes Licht in seinen Zeichen, welches müde Leser kaum merk­lich weiter­lockt. Sobald sich nämlich studie­rende Augen schließen, leuchtet das Licht im nächsten Zeichen, im nächsten Wort voraus, so dass man nicht aufhören möchte, diesem Licht durch die Zeilen zu folgen. Eine Verfüh­rung, das könnte sein, ein Appell des Buches, das in den Buch­sta­ben­sen­soren, das Augen­licht der Lesenden zu spüren vermag. Eines dieser Nacht­bü­cher könnte Ihres werden, lieber Mr. Shepard, Motel Chro­ni­cles, unsicht­bare Zeichen des Tages, Licht in der Nacht. Erwarte Ihre Antwort oder Fragen mit Freude, wie auch immer sie sich für mich darstellen werden. Mit herz­li­chen Grüßen – Ihr Louis

gesendet am
17.02.2011
4.08 MEZ
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