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olimambo : 23.52 UTC – Gestern habe ich etwas Selt­sames mit mir selbst erlebt. Ich saß am Tisch vor meiner Schreib­ma­schine, als es plötz­lich dunkel wurde in der Wohnung, nur etwas Licht vom Himmel war noch zu erkennen gewesen. Auch war es ganz still geworden, John Coltrane in dem Augen­blick verstummt, als sich das Radio ausschal­tete, ein Klicken, kaum wahr­nehmbar. Nach ein oder zwei Minuten bemerkte ich, dass der Bild­schirm meiner Schreib­ma­schine noch hell ins Zimmer strahlte, trotzdem hatte ich den Eindruck, dass es stock­finster geworden war, ein selt­same Beob­ach­tung, dass ich das Licht der Schreib­ma­schine nicht als eigent­li­ches Licht wahr­ge­nommen habe. Was, fragte ich mich, würde ich unter­nehmen, wenn nun nach zwei oder drei Stunden meine Schreib­ma­schine sich erschöpft ausschalten würde wie mein Radio sich ausge­schaltet hatte. Nehmen wir einmal an, dachte ich, es wird dunkel bleiben und still für Monate oder Jahre, wäre ich in der Lage, mich an meine Gedanken, an meine Geschichten, die sich in der Schreib­ma­schine noch immer aufhalten werden, aber nicht lesbar sein würden, erin­nern? Tatsäch­lich über­legte ich sehr bald, ob es möglich wäre, mit Gegen­ständen, die sich in meinem Besitz befinden, Strom zu erzeugen. Wie lange Zeit müsste ich eine Hand­kurbel drehen, um kurz darauf für eine Stunde Zeit, Texte auf dem Bild­schirm meiner Schreib­ma­schine lesen zu können. – Kurz vor Mitter­nacht. Agen­turen melden, dass Menschen aus sieben musli­misch geprägten Ländern im Trans­fer­be­rei­ches des New Yorker John F. Kennedy Airport gestrandet, das heisst, fest­ge­halten sind. – stop
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