PRÄPARIERSAAL : freihändig

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alpha : 1.45 — Spazier­gang nachts bis 1. Die Luft kalt und klar. Fort­set­zung der Audio­tran­skrip­tion. Matthias erzählt: > Die Geräusche des Saals sind nicht leicht zu erin­nern. Ich hat­te den Ein­druck, dass wir, die leben­den Men­schen, nach und nach immer lauter wur­den. Manch­mal war es so laut, dass ich mich mit meinem Gegenüber am Tisch nicht ver­ständi­gen kon­nte. Das Geräusch der Pinzetten, die gegen Met­all­be­häl­ter geschla­gen wur­den, um Gewebe abzuschüt­teln, ich glaube, das ist das Geräusch, dass ich mit dem Prä­pari­er­saal als typ­isch verbinde. Und die plöt­zlich here­in­brechen­den Laut­sprech­er­stim­men, wenn jemand eine Ansprache hal­ten wollte. Ich bin jedes Mal fürchter­lich erschrock­en. Ein Erleb­nis ist mir beson­ders in Erin­nerung geblieben. Das war an einem Tag gewe­sen, der sehr warm war. Die Sonne bran­nte durchs Fen­ster der Apsis. Ich schwitzte wie der Teufel und richtete mich immer wieder auf und spazierte herum, weil mir der Rück­en schmerzte von der gebück­ten Hal­tung vor dem Tisch. Wenn ich meine Run­den drehte, hat­te ich meis­tens meine Hand­schuhe aus­ge­zo­gen. Das war auch jen­em Tag so gewe­sen. Und als ich dann zurück­kehrte und meine Arbeit wieder aufgenom­men hat­te, erkundigte sich eine Kol­le­gin am Tisch, ob ich jet­zt immer – frei­händig – prä­pari­eren würde. Ich bemerk­te, dass ich vergessen hat­te meine Hand­schuhe wieder anzuziehen. Das war ein Verse­hen. Ich habe, und das wun­dert mich wirk­lich, über das Wort – frei­händig – nachgedacht in den fol­gen­den Minuten. Das hörte sich so an, als würde ich in diesem Moment ohne Netz gear­beit­et haben. — stop
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