slow

9

himalaya : 18.08 — Er schreibe, erzählte M., damit sich in seinem Leben nicht alles wieder­hole, Tag, Nacht, Win­ter, Som­mer, wenn ich erfinde und das Erfun­dene notiere, dann ist das so, als würde ich neues Land ent­deck­en, das ich betreten, auf dem ich spazieren kann. Deshalb bleibe sein Leben span­nend, es würde ihm wohl nie lang­weilig wer­den, auch wenn er sich wochen­lang mit ein und der­sel­ben Frage beschäfti­gen würde, zum Beispiel, weshalb er noch nie eine Fliege bemerken kon­nte, die auf dem Rück­en fliegen kann, obwohl sie doch längst erfun­den wor­den sei. — Vor weni­gen Minuten habe ich an M. seit langer Zeit wieder ein­mal gedacht, es war vielle­icht deshalb gewe­sen, weil ich einen Film beobachtete, der von der Arbeit und dem Leben John Irv­ings erzählt. Der Schrift­steller erwäh­nt Fol­gen­des: Jen­er Zeitraum, wenn ein Buch veröf­fentlicht wird, wenn alle Leute mit dir darüber reden, ist sehr kurz, es ist nach weni­gen Monat­en vor­bei. Dage­gen hat das Schreiben des Buch­es vielle­icht vier, fünf, sechs oder sog­ar sieben Jahre gedauert. Und für das näch­ste Buch braucht man dann wieder solange. Durch das Rin­gen habe ich gel­ernt, dass man diesen lan­gen Prozess lieben muss. Man muss es lieben, zu üben, dieselbe Bewe­gung hun­dert­mal zu wieder­holen mit dem­sel­ben lang­weili­gen Spar­ringspart­ner. Es dauert lange, Zen­time­ter für Zen­time­ter, hier etwas durch­stre­ichen, diesen Satz an diese Stelle, den Satz hier weg und dor­thin schieben, die Leute wür­den ein­schlafen, wenn sie einem Schrift­steller bei der Arbeit zuse­hen, oder einem Ringer beim Train­ing. Es war sehr wichtig für mich, das zu ler­nen. — stop

polaroidtapete4

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top