tian’anmen

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nordpol : 2.21 – Ich erin­nere mich an ein Gespräch vor fünf Jahren mit Din. Ihre leise singende Stimme. Sie sei, als die Panzer kamen, in eine Seiten­strasse geflüchtet. Wie sie ihre Augen schloss, wie sie sagte, sie habe keine Menschen mehr gesehen nach kurzer Zeit, einige Freunde nur, die sich an Häuser­wände drückten. Die Hand ihrer großen Schwester. Die Druck­luft, die auf ihrem kleinen Körper bebte. Aber Menschen­stille. Wie sie nach Wörtern suchte, nach Wörtern in deut­scher Sprache, die geeignet gewesen wären, zu beschreiben, was sie in dem Moment, da ich auf die Fort­set­zung ihrer Erzäh­lung wartete, hörte in ihrem Kopf. Das feine, selt­same Lächeln auf ihrem Gesicht, als sie am Ausdruck meiner Augen bemerkt, dass ich wahr­ge­nommen haben könnte, dass die Bilder, die ich wusste, tatsäch­lich geschehen waren, das Massaker auf dem großen Platz, stol­pernde Menschen, Menschen auf Bahren, zermalmte Fahr­räder, der Mann mit Einkaufs­tüten in seinen Händen auf der Para­de­straße vor einem Panzer stehend. Dann die Flucht ins häus­liche Leben zurück wie in ein Versteck, das stumme Verschwinden junger Leben für immer. -Du soll­test mit Stäb­chen essen, sagte Din, das machst Du so, schau! – stop

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