torero

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marimba : 4.52 – Dichte Flie­gen­wolken in der Gewit­ter­luft überm Palmen­gar­tensee. Man müsste als Vogel mit aufge­ris­senem Schnabel nur zwei oder dreimal knapp über das Wasser rasen, schon hätte man sich den Magen verdorben. In genau diesem Zusam­men­hang vergan­gene Woche einen Falter beob­achtet, der sich über der Wasser­ober­fläche wie ein Torero verhielt. Rasante Flug­ma­növer lockten einen angrei­fenden Sper­ling immer wieder ins Leere. Mit Span­nung auf den Absturz des Vogels ins Wasser gewartet. Aber dann führte ein mini­maler Wind­stoß in der falschen Sekunde doch noch zum Ende des Falters, der ein verwe­genes Tagpfau­en­auge gewesen war. – Es ist jetzt 4 Uhr und noch immer Nacht, weil es dunkel ist. Ich habe gerade eine Notiz seziert, die ich auf einem sehr alten Zettel wieder entdeckte. Ich kann mich an den Moment der Notiz nicht erin­nern, aber die Schrift ist meine Hand­schrift, und sie ist zwanzig Jahre alt. Ein merk­wür­diger Anblick, als würde ich die Gedanken eines Fremden betrachten, der mir doch vertraut ist. Der Fremde schrieb: Einmal für eine Stunde lang über einer sehr großen Stadt unter einem Zeppelin auf der Stelle schweben, für diese eine Stunde nur, da die Gedanken der Menschen in der Stadt hörbar werden, die strengen, die leichten, die erin­nerten, die rasenden Gedanken einer Stadt. – Ein Rauschen viel­leicht.

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