vögel

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lima : 0.57 — Düstere Straße, düsteres Haus, düstere Treppe. Ich klin­gelte an ein­er Tür, ein Mann, der nicht mehr ganz jung gewe­sen war, öffnete. Kräftiger, bit­ter­er Geruch strömte aus der Woh­nung. Die Luft war warm, war feucht und dicht, meine Bewe­gun­gen, wie ich durch den Flur der Woh­nung ging, mühevoll, als würde ich unter Wass­er laufen. Ich trat in ein Zim­mer, ein Tisch, ein Sofa, zwei Stüh­le, keine Vorhänge vor den Fen­stern, hin­ter den Scheiben Kas­tanien­bäume, die blüht­en. An den Wän­den des Zim­mers klebte eine Tapete mit Kirschmo­tiv­en. Sie war an der ein oder anderen Stelle von der Wand gefall­en. Auf hölz­er­nen Stan­gen, dicht unter der Decke, hock­ten hun­derte Vögel ohne Fed­ern. Ihre Haut war von hellem Braun, ihre Schnä­bel zitro­nen­gelb. Der Mann, der mich in das Zim­mer geführt hat­te, nahm einen der Vögel in seine Hände. Der Vogel lag auf dem Rück­en ganz still. Er hat­te seine Augen geschlossen, feine hell­blaue Häutchen wie Schirme. Ich sollte an dem Vogel riechen, und so nahm ich ihn in die Hand. Der Leib des Vogels war warm. Er zit­terte als ich mich mit mein­er Nase näherte, als würde er frieren. Der Mann, der mich an das Zim­mer der Vögel geführt hat­te, sagte, dass sie noch nicht ganz reif seien. Der Vogel duftete nach gebran­nten Man­deln. In ein­er Ecke des Zim­mers auf dem Boden ein Schallplat­ten­spiel­er, ein uraltes Gerät, das Tom­my Dorsey spielte: I’m Get­ting Sen­ti­men­tal Over You. — stop
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