anleitung zum glücklichsein

pic

gink­go : 18.25 — Am let­zen Tag des Sep­tem­bers unterm Regen­schirm spaziert. Zunächst reg­nete es Regen­sand, dann Regen­reis, dann reg­nete es kleine Frösche. Für einen kurzen Moment dachte ich daran, in einem Film angekom­men zu sein, der von Lou­siana han­delt. Das war ein feines Gefühl unterm klin­gen­den Schirm am Ufer des Mis­sis­sip­pi zu stehn und den Fröschen zu lauschen, die auf ihrer let­zten Reise vom Him­mel erstaunliche, pfeifende Geräusche von sich gaben. Als ich so im Froschre­gen am großen Fluss stand, erin­nerte ich mich an einen kleinen Text, den ich im ver­gan­genen Jahr bere­its geschrieben habe. Und sofort wusste ich, dass ich diesen Text, sobald ich wieder zu Hause angekom­men sein würde, noch ein­mal lesen sollte. Es ist noch immer ein beruhi­gen­der Text, ein Text, der mich berührt. Deshalb will ich diesen kleinen Text, eine Anleitung zum Glück­lich­sein, noch ein­mal für Sie wieder­holen: “Man ver­lasse das Haus. Sorgfältig alle Bewe­gun­gen des Verkehrs beach­t­end, gehe man solange durch die Stadt bis man auf eine Buch­hand­lung trifft. Dort kaufe man : Cor­tazar, Julio – Geschicht­en der Cronopi­en und Famen. Dann gehe man spazieren, trage den schmalen Band durch die Straßen, bis man einen Park erre­icht wenn Som­mer, oder ein Cafe, wenn Win­ter ist. Man nehme Platz und lese. Über den Umgang mit Ameisen beispiel­sweise, oder wie wun­der­bar angenehm es ist, ein Spin­nen­bein postal­isch an einen Außen­min­is­ter aufzugeben. Oder man lasse sich im Uhre­naufziehen oder im Trep­pen­steigen unter­weisen. Jet­zt bere­its wird man eine leichte Wärme spüren, die aus der Gegend des Bauch­es nach oben und unten in Arme und Beine auswan­dert. Also lese man weit­er, lausche jenen angenehmen Geräuschen im Kopf, — diesem sagen wir: Jed­er­mann wird schon ein­mal beobachtet haben, dass sich der Boden häu­fig fal­tet, dergestalt, dass ein Teil im recht­en Winkel zur Bodenebene ansteigt und der darauf fol­gende Teil sich par­al­lel zu dieser Ebene befind­et, um ein­er neuen Senkrechte Platz zu machen. Oder jen­em: Trep­pen steigt man von vorn, da sie sich von hin­ten oder von der Seite her als außeror­dentlich unbe­quem erweisen. It works.”
ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top