eidechsen

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echo : 1.35 – Eine Bekannte, die in einem kurdi­schen Berg­dorf groß geworden ist, erzählte, sie habe als Kind im Sommer mit Eidechsen gespielt, im Winter hüpfte sie vom Dach ihres Eltern­hauses in den Schnee. Es gab kein Telefon und die Schule lag drei Stunden zu Fuß entfernt. Man konnte die Kinder von Weitem über den Weg springen sehen, wie sie nach Hause kamen, da hatten sie noch 2 Stunden zu gehen. Eine karge Land­schaft, kaum Bäume, aber blühende Büsche, deren Namen sich nicht so leicht in die deut­sche Sprache über­setzen lassen. Ihren ersten Toten hatte das Mädchen wahr­ge­nommen, als sie noch nicht schreiben konnte. Er lag auf dem Rücken auf einer Straße unweit der Schule. Ein dünner Fluss von Blut kam unter dem Körper hervor, auf dem Fliegen klet­terten. Sie habe die Augen fest zu gemacht, zu spät. Es ist jetzt eine sehr schwere Zeit für sie und ihre Familie. Ich erzählte ihr von Filmen, die ich gesehen hatte auf meinem Bild­schirm unterm Dach. Tausende Kinder, Frauen, Männer, die vor IS-Schergen in die Berge flüch­teten ohne Wasser und Nahrung. Natür­lich kannte sie alle diese Bilder. Ich sagte, ich wäre beinahe sicher, dass die Art und Weise wie ich flüch­tende, leidende Menschen auf Bild­schirmen betrachte, von der Art der Fern­rohr­be­ob­ach­tung sei. Sie antwor­tete unver­züg­lich, leise Stimme. – stop
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