engelware

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nordpol : 6.50 – Fangen wir noch einmal von vorne an. stop. Jener warme Sommertag. stop. Mein Vater trägt helle Hosen, ein weißes Hemd, Turn­schuhe, Hosen­träger. Immer wieder erhebt er sich, geht über­le­gend auf und ab, weil ich ihm Fragen stelle, viele, schwie­rige Fragen. An eine dieser Fragen kann ich mich noch gut erin­nern. Ich wollte wissen, ob es grund­sätz­lich möglich sei, die Dauer eines Momentes mathe­ma­tisch in einer Formel darzu­stellen, in welchem ein Tropfen, der von einem Wasser­spiel gegen den Himmel geworfen wird, in der Luft verharrt, ohne sich weiter aufwärts oder schon abwärts zu bewegen, also ohne Schwere ist. Leider kann ich mich an die Antwort meines Vaters nicht erin­nern, aber an eine Geschichte, die mein Vater an genau jenem Tag der Wasser­tropfen erzählte. Diese Geschichte handelte von mir selbst. Sie soll sich ereignet haben, als ich noch sehr jung und klein gewesen war. Ich konnte damals schon laufen und spre­chen, das wohl, und ich wusste, dass Weih­nachts­feste sich wieder­holen, dass zur heiligen Nacht Geschenke unter einem Baum zu finden sind, und dass diese Geschenke von Engeln herbei­ge­bracht werden. Der Geschichte meines Vaters zur Folge kauerte ich an einem Dezem­bertag mehrere Stunden vor einem Fenster zum Garten. Schnee war gefallen und es schneite immer weiter ohne Unter­bre­chung. Meine Eltern beob­ach­teten mich genau, sie wunderten sich, weil ich mich kaum bewegte und weil ich in meiner Obser­va­tion der Schnee­land­schaft keine Pausen machte. Nach einer gewissen Zeit kam mein Vater zu mir. Er fragte, was ich da tue, ob ich viel­leicht etwas beson­deres entdeckt haben würde. Ich antwor­tete, dass ich auf das Erscheinen eines Engels warten würde. Wie ich denn darauf komme, dass ich gerade an diesem Tag oder über­haupt je einen Engel sehen könne, wollte mein Vater wissen. Ich erklärte, dass ich hörte, jene Geschenke, die bald unter unserem Weih­nachts­baum liegen würden, sei von Engeln gelie­ferte Ware, ich könne also sicher sein, dass Engel den Luft­raum vor dem Fenster zum Wohn­zimmer in Stun­den­zeit passieren würden, ich müsste nur lange genug warten, um die Erschei­nung eines oder mehrerer Engel beob­achten zu können. Eine Weile, erzählte mein Vater, habe er sich dann neben mich gesetzt, zwei gedul­dige Beob­achter des Schnees, Schulter an Schulter. – stop

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