habitat

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ulsysses : 5.08 – Ich kam ins Gespräch mit einem Mann, der vom Projekt einer Menschen­ge­stal­tung erzählte. Das war inmitten der Nacht im Café gewesen. Ich erin­nere mich, dass ich ihn fragte, ob er Forscher oder Desi­gner sei, weil er anato­mi­sche Zeich­nungen mittels eines iPads studierte. Eine der Zeich­nungen stellte einen Unterarm dar, wie er in der Wirk­lich­keit von oben her zu sehen sein würde. Auf diesem gezeich­neten Arm waren Erhe­bungen zu erkennen, waben­för­mige Forma­tionen von einem Zenti­meter Höhe, die mich an pocken­ar­tige Gebilde erin­nerten, aber doch regel­mäßig und eben künst­li­chen Ursprungs waren, mit Vorsatz erstellt. Ich hörte, dass es sich bei diesen Gebilden um kleine Häuser handeln soll, in welchen Tiere ange­sie­delt werden könnten, Zwerg­bienen, jedoch bevor­zugt Ameisen oder sehr kleine Fliegen. Stellen sie sich vor, sagte der Mann, was sie hier sehen an dieser Stelle, sind von Haut bewach­sene Habi­tate, dort exis­tierten tausende Tiere, die nur darauf warten, bei bester Gele­gen­heit auszu­schwärmen, sagen wir so. Unver­züg­lich flat­terte ein Nacht­falter von dunkel­blauer Farbe um den Kopf des Mannes herum. Weitere kamen hinzu, bald waren es so viele, dass ich sie nicht zählen konnte. Sie klet­terten unter dem Hemd des Mannes hervor, an den Armen und am Kragen. Ein leises Rauschen war zu vernehmen und die Luft schmeckte bitter. Ich hörte noch wie sich der Mann erkun­digte, ob ich nicht doch beein­druckt sei. Ich berich­tete ihm ausführ­lich von meiner Begeis­te­rung, von meinem Wunsch, selbst über Habi­tate dieser Art verfügen zu dürfen, es war eine nach­drück­liche Art und Weise zu spre­chen, und doch weiß ich nicht, ob der Mann mich zu diesem Zeit­punkt noch sehen konnte oder hören, so dicht war die Wolke flat­ternder Tiere geworden. Nach wenigen Minuten stand ich auf und ging davon und erwachte. Und weil noch Nacht war, schlief ich gleich wieder ein. – stop

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