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alpha : 20.22 UTCEinmal, vor zwei Jahren, notierte ich eine Geschichte, von der ich damals dachte, sie würde für reine Erfin­dung gehalten, weil kaum vorstellbar gewesen war, was ich in wenigen Sätze erzählte. Ich hatte mein Fern­seh­gerät beob­achtet, dort waren auf dem Bild­schirm Menschen zu erkennen gewesen, die auf Wagon­dä­chern eines Güter­zuges von Mittel­ame­rika aus durch Mexiko nach Nord­ame­rika reisten. Eine gefähr­liche Fahrt, junge Männer, aber auch junge Frauen, immer wieder, so erzählt man, wurden sie beraubt oder fielen auf die Geleise und wurden vom Zug über­rollt oder von Blitzen heftiger Gewitter getroffen. Lang waren die Über­le­benden bereits unter­wegs gewesen, hatten nach einiger Zeit kaum noch zu essen oder zu trinken. Hunger und Durst würden sie ganz sicher gezwungen haben, vom Zug zu springen, wenn da nicht weitere Menschen gewesen wären, arme Menschen, die entlang der Zugstrecke warteten, um den Zugrei­senden Wasser und Nahrungs­mittel in Tüten zuzu­werfen. Eine Frau, Maria, erzählte, sie und ihre Familie würden immer wieder hierher kommen zu den Zügen mit ihren Broten, dabei hätten sie selbst nur sehr wenig zum Leben, aber das Wenige würden sie gerne teilen, immerzu habe sie das Gefühl, es sei viel zu gering, was sie unter­nehmen, um den Flüch­tenden zu helfen. Bald verschwand sie aus dem Bild, trat in den dichten Wald zurück, auch der Zug entfernte sich langsam. – Licht­bilder, das ist denkbar, die erin­nert werden, verdichten sich, werden zu Nach­bil­dern, die wie von selbst zurück­kehren. Es scheint so wie mit Lügen zu sein, die X Male wieder­holt, nach und nach scheinbar zu Wahr­heit werden. – stop

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