chelsea — warten auf schnee

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alpha : 7.21 — New York. Klar­er Him­mel. Sonne, die warm ist, eine südi­tal­ienis­che Sonne, aber der Wind kalt und unberechen­bar. 8th Avenue süd­wärts. Chelsea. High Line. East Vil­lage. Auf den Stufen des Zen­tralen Post­amtes nahe Penn Sta­tion lungerten Men­schen wie Ech­sen bewe­gungs­los, Gesichter zum Stern. Jet­zt schmale Straßen, Häuser von men­schlich­er Größe, Spielplätze voller Kinder, kaum Taxis zu sehen, Fahrräder, aus­ger­aubt bis aufs Gerippe an beina­he jedem Lat­er­nen­mast. Bald Nach­mit­tag, bald früher Abend. In Cafe­häusern Wärme aufgenom­men und in der Sub­way. Ich fahre eine halbe Stunde Rich­tung Harlem und wieder zurück und gehe weit­er, immer der Blick zum Him­mel, Spuren von Dachgärten zu verze­ich­nen. Notierte: Nach Ful­ton­street Lichter der Tun­nelar­beit­er, Glüh­bir­nen­sträuße, der Ein­druck, als würd ich einen stein­er­nen Christ­baum durch­fahren. Däm­merung, Ground Zero. An ein­er bronzenen Gedenk­tafel mit Kleb­streifen befes­tigt, flat­tert ein Zettel wie zum Trotz im Wind mit Namen­szug und Fotografie eines jun­gen Mannes, der nach 9/11 an den Dämpfen des gifti­gen Schut­tberges gestor­ben war. Mon­ströse Baustelle. Gleißende Helle. Ich warte auf Schnee. – stop
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