mercato

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echo : 22.08 UTC – Immer der Nase entlang spazierte ich zum Markt, wo nach­mit­tags Seemöwen stol­zierten über den Boden, den sie längst so gründ­lich durch­sucht hatten, dass Fisch gerade noch als Erin­ne­rung feinster Mole­küle in der Luft zu finden war. Da lag noch etwas Eis auf dem Boden, erstaun­lich. In diesem Augen­blick erin­nerte ich mich an einen frühen Morgen vor vielen Jahren. Ich trat damals zur Zeit der Dämme­rung auf den Markus­platz. So dicht ruhte Nebel über der Lagune, dass ich nur wenige Meter weit sehen konnte. Ich ging sehr vorsichtig voran. Vor irgend­einem Kaffee­haus hielt ich an, setzte mich auf einen Stuhl und wartete. Irgendwo im Luft­was­ser­zimmer, in dem ich Platz genommen hatte, hörte ich Stimmen von Männern, die mitein­ander spra­chen. Auch waren immer wieder Pfiffe zu hören, wie Radare oder Signal­töne. Es waren Männer mit vermut­lich Reisig­besen, die den riesigen Platz Kraft ihrer Arme und Hände fegten. Auch Melo­dien waren zu hören gewesen. Ich wartete unge­fähr eine Stunde und lauschte. Nie habe ich einen dieser Männer gesehen, aber ich habe von ihnen viel­fach erzählt. Es scheint über­haupt die Zeit, da man sich in Venedig noch verlaufen konnte, vorüber zu sein für alle Menschen, die über eine Schreib­ma­schine mit GPS-Verbin­dung verfügen. Es ist, glaubt mir, ein Vergnügen, diese Radar­schreib­ma­schine auszu­schalten und loszu­gehen und nach da und dort zu laufen, stets in dem Glauben, man wüsste, wo man sich befindet. Es bleibt dann nichts weiter zu tun, als nach einer halben Stunde die Schreib­ma­schine hervor­zu­holen und nach­zu­sehen und sich zu wundern und zu freuen. – stop
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