pseudonym no 5

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ulysses : 6.05 — Gestern war das Wet­ter schön, ich suchte spazierend im Park nach einem Namen für mein Pseu­do­nym No 5. Sobald ich glaubte, einen geeigneten Namen gefun­den zu haben, sagte ich ihn laut vor mich hin, ich sagte zum Beispiel: Felix May­er Kekko­la. Als Nach­mit­tag gewor­den war gefiel mir dieser Name noch immer, ich hat­te Lil­li M. Mur­phy bere­its ver­wor­fen, auch Kas­par Joe Wei­de­mann und weit­ere Namen waren gründlich vergessen. Ich notierte den gewählten Namen Felix May­er Kekko­la in mein Notizbuch und ging nach Hause. Es ist selt­sam, ich war mit meinem neuen Namen an der Seite stark unruhig bis in den Abend hinein. Ich kon­nte mir diese Unruhe zunächst nicht erk­lären, dann hat­te ich die Idee, dass ich nach­se­hen sollte, ob der Name Felix May­er Kekko­la vielle­icht im Inter­net schon län­gere Zeit existiert, ein Men­sch also, der genau so heißt, oder ein Men­sch, der diesen Namen ver­wen­det, um sich zu ver­ber­gen und zu veröf­fentlichen in ein und dem sel­ben Moment. Mehrfach prüfte ich mit Such­maschi­nen die Exis­tenz ein­er Spur. Kein Ergeb­nis für “Felix May­er Kekko­la” war zu find­en. Ich kön­nte nun also erstens annehmen, dass ein Men­sch, der diesen Namen trägt, nicht existiert, was sich­er nur sehr vor­sichtig for­muliert wer­den darf. Zweit­ens kön­nte ich jenen feinen Namen nun für mich beset­zen, okkupieren sozusagen nach bestem Wis­sen und Gewis­sen, was in dieser Sekunde genau so geschieht, indem ich meinen Text in die dig­i­tale Sphäre sende. — stop

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