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marimba : 6.58 – In der Vergan­gen­heit habe ich mir oft gewünscht, ich könnte mein Leben aus der Sicht eines Vogels aufzeichnen, der mich begleitet, Gespräche, die ich täglich mit Menschen führe oder heim­liche Gespräche mit mir selbst. Auch würde aufge­nommen, was ich gesehen habe, während ich reiste, einen Kentauren nahe des Müll­ner­horns, Regen­tropfen am Strand von Coney Island, eine Ameise auf Georges Perecs Schulter während einer Fahrt in der Pariser Metro, meinen Körper, während ich schlief. Manchmal ist es ange­nehm, sich zu wünschen, was nicht möglich zu sein scheint, eine große Frei­heit der Speku­la­tion. Aber in den vergan­genen Tagen wurde mir bewusst, dass die Verwirk­li­chung eines mich beglei­tenden Vogel­we­sens nicht länger utopisch ist. Ich kann mir eine flie­gende Maschine ohne weitere Anstren­gung vorstellen, ein künst­li­ches Luft­wesen, vier Propeller, ange­trieben von einer leichten Radio­nu­klid­bat­terie, die sich tatsäch­lich für Jahr­zehnte an meiner Seite in der Luft aufhalten könnte, ein beinahe laut­loses Wesen in der Gestalt eines Koli­bris, eines Tauben­schwänz­chens oder einer Biene. Kaum hatte ich das Flug­ob­jekt aus seiner Trans­portbox gehoben und akti­viert, wusste ich, dass es für immer meiner Person verbunden sein wird, meinem persön­li­chen Luft­raum, den ich mit mir führe wohin ich auch gehe. Seltsam ist viel­leicht, dass es gleich­wohl unmög­lich sein wird, dieses Wesen je wieder einzu­fangen, weil es sehr schnell ist in seinen Reak­tionen, schneller als meine Hand, schneller als eine Gewehr­kugel, ein Wesen, das über die Flug­flucht­fä­hig­keíten einer Stuben­fliege verfügt. – Heute Nacht pfeift ein Sturm­wind übers Dach. Ich frage mich, was die Vögel gerade machen. Höre das Moped eines Zeitungs­boten. Ich habe den Mann, der eine Frau sein könnte, noch nie gesehen. Er ist pünkt­lich wie immer. Ich werde gleich das Fenster öffnen. – stop

polaroidqueen

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