regensprache

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tan­go : 6.35 — Während ein­er Trauer­feier für Nel­son Man­dela, heftiger Regen, soll ein Mann, den ich mit eige­nen Augen ohne Zeitverzögerung beobachtete, in ein­er merk­würdi­gen Zeichen­sprache Reden über­set­zt oder begleit­et haben, die für gehör­lose Men­schen nicht ver­ständlich gewe­sen war. Bere­its nach den ersten Minuten seines Auftritts hat­ten sich Men­schen irri­tiert und wütend an Fernsehsender mit der Frage gewen­det, um wen es sich dort auf dem Bild­schirm eigentlich han­delte. Eine doch selt­same Geschichte. Man über­legte, ob der Mann vielle­icht gefährlich gewe­sen sein kön­nte. Aber der Mann machte nur Luftze­ichen mit seinen Hän­den, nichts weit­er. Ich habe mich in den ver­gan­genen Tagen gefragt, was der Mann erzählt haben kön­nte oder durch seinen Auftritt andeuten wollte. Der Mann war von sehr ordentlich­er Gestal­tung gewe­sen, wirk­te klar und konzen­tri­ert. Er machte nicht den Ein­druck, als wollte er aus rein per­sön­lichen, aus Eit­elkeits­grün­den dort oben auf der Bühne neben berühmten Per­sön­lichkeit­en ste­hen, um auf sich aufmerk­sam zu machen. Er war ganz ein­fach da und gestikulierte. Ich dachte, es kön­nte sich in dieser weltweit sicht­baren Sprache um eine erfun­dene, um eine zufäl­lige, also gar keine Sprache gehan­delt haben, weil man sie niemals ein­deutig wieder­holen kön­nte. Vielle­icht war es Musik, die der Mann mit seinen Zeichen in aller Stille zur Auf­führung brachte. Vielle­icht über­set­zte er die Geräusche des Regens. — stop

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