thelonious monk

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kil­i­mand­scharo : 21.33 — Regen. Son­ntag. Ich habe meine Mut­ter angerufen. Sie war unter­wegs gewe­sen, vielle­icht im Garten, vielle­icht in den Bergen. Nach 10 Sekun­den schal­tete sich der Anruf­beant­worter an. Eine Stimme, die die Stimme mein­er Mut­ter war, meldete ver­traut: Hier ist der Anschluss von Paula und Jür­gen. Ich sagte sofort meinen kleinen Spruch auf: Hal­lo, seid Ihr zu Hause? Wie geht es Euch? Mir geht es gut. Es reg­net. Hal­lo! Melde mich wieder! – Seit mein Vater gestor­ben ist, habe ich immer wieder ein­mal gedacht, dass das selt­sam ist, dass meine Mut­ter, solange sie nicht bei sich selb­st anrufen wird, nicht bemerken würde, dass ihre Begrüßung anrufende Fre­unde irri­tieren kön­nte. Ich über­lege, ob ich sie nicht vielle­icht bei Gele­gen­heit darauf aufmerk­sam machen sollte, dass wir eine weit­ere Ton­ban­dauf­nahme anfer­ti­gen kön­nten. Der Ein­druck unverzüglich, ich würde meinen Vater durch diese Hand­lung dis­tanzieren, einen Geist hin­auswer­fen aus dem Haus, in dem er weit­er­lebt in seinen Spuren, in unseren Erin­nerun­gen. Da ist sein Stuhl und da ist sein Com­put­er. Und da sind seine Garten­schuhe, seine Schallplat­ten, seine Büch­er und im Teich blühen Rosen, Seerosen, weiß und rosa, die von sein­er Hand ins Wass­er geset­zt wor­den waren. Hin­ter ein­er Schachtel, ich lüfte ein Geheim­nis, die auf seinem Schreibtisch ruht, habe ich eine Trillerpfeife ver­steckt, mit deren Hil­fe mein Vater in einem Not­fall seine Frau rufen kon­nte. – Nein, ich muss davon nicht sprechen. Es ist Son­ntag. Es reg­net. Thelo­nious Monk: Round Mid­night — stop

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