tonwellenschrauben

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echo : 22.18 – Lungerte im Wald unter Loui­sia­na­moosen. Sturm­ge­räu­sche, auch Zikaden waren zu hören gewesen, ihre Flügel­stimmen, hell, schrill, gläsern, Tonwel­len­schrauben. Auf Knien kroch ich bald jagend durchs Unter­holz, wollte eines der lockenden Tiere fangen. Anstatt Insekten entdeckte ich Spiel­dosen, hunderte, ja tausende, krei­sende Lärm­ma­schinen. Sie leuch­teten, feuerrot und blau, je nach Höhe oder Tiefe ihres Gesangs. Sobald ich mich näherte, um eines der Wesen zu ergreifen, schossen sie senk­recht in die Luft, ganz so als würden sie über prall gefüllte Druck­luft­bäuche fürs flüch­tende Reisen gebieten. Dann wurde ich wach. Es war Abend geworden. Samstag. Ein Orkan näherte sich von Westen, knis­ternde Fenster, Frösche schwebten summend vor den Fens­tern. Zwei Stunden lang dachte ich über die Erfin­dung dienst­barer Käfer nach, Gattung, die Stille zu erzeugen vermag, wann immer gewünscht. Ich stellte mir vor, wie sie sich rück­wärts über meine Wangen hin zu meinen Ohren bewegen, wie sie ihre kühlen Leiber in meine Gehör­gänge versenken, wie sie sich dehnen und stre­cken, sanft, sanft, bis sie nahezu verschwunden sein werden. Zwei Fühler noch, ein Paar kleinster Augen links, ein Paar kleinster Augen rechts, Dochte, nein, Dioden­lichter. Ich hörte nichts.

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