wieder koffer unsichtbar

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alpha : 19.52 UTC – An diesem Abend spaziere ich hinüber zum Friedhof, um zwei Kerzen anzu­zünden auf dem Grab meines Vaters, das nun auch das Grab meiner Mutter sein wird. Vater ist also schon da, und Mutter wird bald hierher zu ihm kommen. Das gefro­rene Gras knis­tert unter meinen Schuhen. Es ist still, der Stern­himmel klar. Viel schöne kleine Lampen leuchten unter den Bäumen. Ein paar Katzen­augen werden auch darunter gewesen sein. Auf dem Heimweg erin­nerte ich mich an eine Geschichte, die ich vor einigen Jahren notierte. Sie geht so: Mein Vater war ein Lieb­haber tech­ni­scher Mess­ge­räte. Er notierte mit ihrer Hilfe Dauer und Kraft des Sonnen­lichts beispiels­weise, das auf den Balkon über seinem Garten strahlte. Die Tempe­ra­turen der Luft wurden ebenso regis­triert, wie die Menge des Regens, der in den warmen Monaten des Jahres vom Himmel fiel. Selbst die Bewe­gungen der Gold­fi­sche im nahen Teich wurden verzeichnet, Erschüt­te­rungen des Erdbo­dens, Tempe­ra­turen der Prozes­soren seiner Compu­ter­ma­schine. Es ist merk­würdig, beinahe täglich gehe ich zur Zeit auf die Suche, weil wieder irgend­eine dieser Mess­ap­pa­ra­turen einen piep­senden Ton von sich gibt, als ob mein Vater mittels seiner Maschinen noch zu mir spre­chen würde. Indessen habe ich seit zwei Tagen Kenntnis von einer Foto­grafie, die mich neben meinem ster­benden Vater zeigt. Ich sitze auf einem Stuhl, mein Vater liegt in einem Bett. Es ist ein Bild, das ich zunächst kaum anzu­sehen wagte. Ich habe tatsäch­lich eine Hand vor Augen gehalten und zwischen meinen Fingern hervor­ge­späht. Jetzt ist mir warm, wenn ich das Bild betrachte. Die Foto­grafie zeigt einen fried­li­chen Moment meines Lebens. Etwas geschieht, wovor ich mich lange Zeit gefürchtet habe. Weinen und Lachen falten sich wie Hände sich falten. Mutter irrt zwischen Haus und Friedhof hin und her, als würde sie irgend­eine unsicht­bare Ware in gleich­falls unsicht­baren Koffern tragen. – stop

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