echo

9

echo : 0.15 – Folgendes. Wenn Sie diese hin und her gefal­tete Zeile lesen und immer weiter lesen, werden Sie einer kleinen Geschichte begegnen, die ich in der vergan­genen Woche bereits notierte und gesendet habe. Eine Foto­grafie war damals hinzu­ge­fügt, und weil ich sehr müde gewesen war, legte ich mich schlafen, um zwei oder drei Stunden später mit dem Gedanken wach zu werden: Nein, Louis, nein! Das ist kein guter Text, den Du da gesendet hast! Ich hastete also zum Schreib­tisch und löschte den Text, und auch die Foto­grafie, und schlief sofort sehr zufrieden wieder ein. Kaum eine Stunde ist vergangen, seit ich den Text noch einmal gelesen habe. Ich wunderte mich, weil mich die Geschichte nun doch berührte, und ich ahne sehr gründ­lich, warum das so ist. Hier also ist meine kleine gelöschte Geschichte ohne Foto­grafie, eine Geschichte, die von einem Spazier­gang erzählt, der mich über einen Nacht­flug­hafen führte. Still war die Zeit, überall in den Hallen und auf den Fluren lagen schla­fende Menschen herum. In einem beson­ders großen Saal aber schau­kelten zwei Männer durch Luft, die Glüh­birn­chen in Fassungen schraubten, um weih­nacht­liche Stim­mung zu erzeugen. Beide waren sie gut gelaunt, machten Späße und erzählten sich laut­hals irgend­welche Geschichten, sie hatten ganz ohne Zweifel viel Freude mit ihrer Arbeit unter dem gläsernen Gewölbe an Seilen hängend. Einmal kamen sie auf den Erdboden zurück. Sie standen etwas unsi­cher auf den Beinen und flat­terten mit ihren Armen. Als ich mich erkun­digte, ob ihnen viel­leicht schon irgend­wann eine Glüh­lampe von der Decke gefallen und zerbro­chen sei, antwor­tete einer der Männer: Nein! Niemals! Ich machte dann eine Aufnahme, merk­würdig, dieser Moment, da sie zur Flug­ha­fen­schwe­be­bahn schlen­derten. Denn genau in dem Augen­blick, als ich den Auslöser der Kamera drückte, war ich mir sicher gewesen, dass die zwei Männer in ihren blauen Anzügen auf meiner Foto­grafie später nicht zu sehen sein würden. – So, das war meine Geschichte, die in der vergan­genen Woche verschwand. Jetzt ist sie wieder da und wird vermut­lich bleiben. Kurz nach Mitter­nacht. Ich trage das schöne Wort Gandhin­euron in meinem Kopf.
ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top